Zweites Leben für Kaltwasser-Klimasystem

Eine Investition in Höhe von 300.000 US-Dollar vermeiden plus jährlich mehr als 100.000 US-Dollar Energie- und Wartungskosten sparen plus die Umwelt schützen: Wie das geht, hat die Geschäftseinheit Heraeus Conamic eindrucksvoll mit der cleveren Umfunktionierung eines bereits vorhandenen Kaltwasser-Klimasystems als Hauptkühlanlage für den gesamten Standort Chandler in Arizona bewiesen.

chilled warer air handling system
Kaltwasser-Klimasystem

2018 übernahm Heraeus Conamic in Chandler ein bislang von der Geschäftseinheit Heraeus Precious Metals genutztes Produktionsgebäude, um dort eine neue Materialgeneration für Kunden von Heraeus Conamic zu produzieren. „Bei der Prüfung des Gebäudes und seiner Infrastruktur zeigte sich jedoch schnell, dass die Technik der vorhandenen Klimaanlage auf dem Dach inzwischen leider veraltet war“, so Rob McIntyre, Facilities Manager bei Heraeus Conamic in Chandler. Bislang übernahmen 41 Klimageräte die Kühlung des 3.070 Quadratmeter großen Produktionsbereichs. Alle arbeiteten mit dem Kältemittel R-22, also mit Chlordifluormethan, auch bekannt als Freon. Das Problem: 27 von 41 Anlagen hätten aufwendig ersetzt werden müssen – eine Investition von rund 240.000 US-Dollar zuzüglich Installationskosten, die auf weitere 60.000 Dollar geschätzt wurden. „Darüber hinaus wird das Kältemittel R22 aufgrund seiner schädlichen Auswirkungen auf die Ozonschicht derzeit weltweit aus dem Verkehr gezogen“, erklärt Rob McIntyre. Somit musste eine Alternative her, die möglichst kostengünstig sein und das Kältemittel R-22 vermeiden sollte.

Echte Mehrwerte für Mensch und Klima

Facility Manager Rob McIntyre
Facility Manager Rob McIntyre

Beim Überprüfen der Infrastruktur vor Ort fiel Rob McIntyre 2019 ein industrielles 170-Tonnen-Kaltwasser-Klimasystem auf, das zuvor zur Kühlung der induktiven Hochtemperaturschmelzen verwendet wurde. Das System verwendet einen sehr großen Kupfer-Wärmetauscher, der an die Kaltwasseranlage angeschlossen und technisch in der Lage ist, eine Fläche von mehr als 8.200 Quadratmeter, um bis zu 45 Grad Celsius im Vergleich zur aktuellen Temperatur herunter zu kühlen. „Statt die Anlage zu entsorgen, haben wir uns daher dazu entschieden, die bestehende Kühleinheit als Hauptkühlsystem für den gesamten Standort umzufunktionieren“, sagt Christoph Riederle, Standort-Manager in Chandler. Ein cleverer Schachzug, schließlich waren neben der existierenden Anlage auch alle benötigten Ersatzteile vor Ort vorhanden. „Mit nur 120 internen Arbeitsstunden und einer Investition von 13.700 US-Dollar für natürliches Licht mit neuen Dachfenstern konnten wir die gesamte Gebäudetechnik auf Vordermann bringen. “Mit außerordentlichem Erfolg: Im Vergleich zum alten Kühlsystem verbraucht die Anlage für die Kühlung des Produktionsbereichs nur noch 2 Prozent der bisherigen Strommenge.

Auch die Klimabilanz kann sich sehen lassen: Aktuell sind bereits 27 der alten Klimaanlagen abgeschaltet und demontiert. Bis 2022 sollen sieben weitere durch das Kaltwasser-Klimasystem ersetzt werden. Der Rest bleibt Backup. Durch den Wegfall der 27 Kühlaggregate hat sich die Effizienz der Gebäudetechnik für den gesamten Standort um mehr als 60 Prozent verbessert, was schon jetzt zu einer jährlichen Energieeinsparung von circa 63.000 US-Dollar führt.

Allein durch den Einbau von Dachfenstern an den Plätzen der abgebauten Klimaanlagen ließ sich der Einsatz von LED-Beleuchtung im Produktionsbereich um rund 65 Prozent reduzieren. Zudem hat sich auch die Abfallmenge verringert, da keine Kühlanlage-Komponenten wie Motoren oder Filter mehr entsorgt werden müssen. Und auch der Arbeitsschutz hat sich verbessert, da die Wartung der Kühlanlage nicht mehr auf der Dachfläche, sondern ebenerdig durchgeführt werden kann. Ein rundum gelungenes Projekt also, bei dem darüber hinaus der Einsatz von gefährlichen Kühlmitteln vermieden und der Verbrauch von Ersatzteilen deutlich verringert wurde.