Smartes Mini-Pflaster für Diabetiker

QuLab Medical ist eines von drei Startups, die am diesjährigen Accelerator-Programm von Heraeus teilnehmen. Das Startup möchte Diabetikern helfen, ihren Stoffwechsel besser zu überwachen – mit einem winzigen Pflaster, das verschiedene Daten in Echtzeit liefert. Im Interview erläutert CEO Idan Tamir, wo in der Medizintechnik noch Wissenslücken bestehen und wie Heraeus bei der Produktentwicklung hilft.

Seit 2019 startet Heraeus jährlich sein Accelerator-Programm für Startups. Der Accelerator bietet Startups die Gelegenheit, ihre Ideen und Produkte gemeinsam mit Experten von Heraeus weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Medizintechnik und Sensoren. Insgesamt drei Startups konnten die Heraeus-Jury überzeugen – eines davon ist das 2016 an der Universität von Tel Aviv gegründete Startup QuLab Medical. Das Unternehmen konnte mit seinem minimal-invasiven Pflaster für Diabetiker punkten.

Nanosensoren messen Blutzuckerspiegel in Echtzeit

Wollen Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel überwachen, können sie das unter der Haut eingesetzten Sensoren überlassen, die den Blutzucker messen. Weitere Stoffwechseldaten übermitteln die auf dem Markt erhältlichen Messgeräte bisher nicht. Das will QuLab Medical ändern. Das neu entwickelte Pflaster ist nicht nur minimalinvasiv, das heißt so klein und unauffällig wie möglich, sondern liefert auch Daten zu weiteren Stoffwechselprodukten und Biomarkern – und das in Echtzeit. Das hilft Diabetikern, ihr personalisiertes Stoffwechselprofil zu erstellen und darauf basierend bessere Entscheidungen zu Ernährung und Lebensstils zu treffen.

Im Interview erklärt CEO Idan Tamir, wie das Produkt marktreif werden kann und wie ihm Heraeus dabei hilft.

Warum nehmen Sie am Accelerator-Programm teil?

Die Möglichkeit, mit strategischen Partnern für Fertigungstechnologien und Skalierung zusammenzuarbeiten und von ihren Erfahrungen zu lernen, ist entscheidend für unseren Erfolg – und für unser Wachstum.

Wo sehen Sie noch entscheidende Technologie- oder Wissenslücken in der Medizin?

Wir glauben, dass eine dezentrale und personalisierte medizinische Diagnose und Behandlung die Zukunft sind, insbesondere im Hinblick auf Frühdiagnose, Prognose und Krankheitsprävention.

Wie hat Ihnen der Heraeus Accelerator geholfen, Ihr Produkt weiterzuentwickeln?

Eine unserer größten Herausforderungen sind der Zusammenbau unseres Sensorchips und die Integration mit dem Patch, der auch die Elektronik- und Stromversorgungsmodule in sich trägt. Dieser gesamte Montageprozess hängt stark davon ab, ob es uns gelingt, den Chip mit seinem Metallträger und der Trägerplatine zu integrieren. Das ist erforderlich, um die mechanische Stabilität, die elektrische Konnektivität sowie die Skalierung und Automatisierung des Montageprozesses zu ermöglichen. Heraeus Medical Components hat uns bei diesem wichtigen Montageprozess einen Schritt weiter gebracht – und seine Kompetenz bei der Auswahl der erforderlichen Kleber und Ausrichtungswerkzeuge unter Beweis gestellt.

Wie hat der Accelerator Ihre Sicht auf Heraeus verändert?

Zunächst haben wir nicht viel über Heraeus gewusst, als wir uns für das Programm beworben haben. Doch über das, was wir auf der Webseite und in diversen Publikationen fanden, erkannten wir, dass es viele Synergien mit unseren Kernfähigkeiten gibt. Das Accelerator-Programm ermöglichte uns dann eine offenere Interaktion und einen Ideenaustausch mit dem Team von Heraeus Medical Components. Das half uns, die einzigartigen und variablen Fähigkeiten, mit denen Heraeus unsere Arbeit bereichern kann, besser zu verstehen.

Würden Sie den Heraeus Accelerator anderen Startups empfehlen und wenn ja, warum?

Das würde ich auf jeden Fall. Ich glaube, dass diese Art des Austauschs zwischen großen Konzernen und Startups die Ideenfindung beflügeln und eine Menge Innovationen entstehen lassen kann. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Kooperationspartner.