Jugend forscht ganz virtuell: Forschertalente trotzen Corona und überzeugen mit tollen Ideen für die Zukunft

Hanau, 01.03.2021 - 11. Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost: 5 herausragende Jugend forscht- und 3 Schüler experimentieren-Projekte treten bei den digitalen Landeswettbewerben an

Am Wochenende stand das Patenunternehmen Heraeus wieder im Zeichen von „Jugend forscht“ – allerdings diesmal ganz anders als in den zehn Jahren zuvor. Keine stilvolle Siegerehrung mit den stolzen Teilnehmern, keine Jurybesprechungen an den Projektständen, kein emsiges Treiben der Teilnehmer und Gäste zwischen den Ständen. Bedingt durch Corona fand der 11. Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost erstmals digital und ohne öffentliche Besichtigung der Projekte statt. Umso erfreulicher war, dass trotz der besonderen Umstände unter dem diesjährigen Motto „Lass Zukunft da“ 18 Projekte in den Kategorien „Jugend forscht“ (12 Projekte) und „Schüler experimentieren“ (6 Projekte) antraten. 33 Jungforscherinnen und Jungforscher von Schulen aus Freigericht, Fulda, Großkrotzenburg, Hanau, Nidda und Singapore präsentierten online ihre qualitiativ hochwertigen Projekte und stellten sich den Fragen der Jury. Mit Erfolg, denn bei der am Samstag virtuell durchgeführten Siegerehrung belegten fünf Jugend forscht-Projekte und drei Projekte von Schüler experimenten erste Plätze und sind damit Regionalsieger. Zu den herausragenden Siegerprojekten gehören eine Arbeit über verwirrte Karpfen durch Mikroverunreinigungen sowie die innovative Desinfektion von Raumluft mit UV-LEDs.

Viel Lob für tolle Projekte in schwierigen Zeiten

Der Regionalpatenbeauftragte Tore Prang, Executive Vice President Communications & Marketing bei Heraeus, zeigte sich bei der virtuellen Siegerehrung beeindruckt von den vorgestellten Projekten: „Es ist eine außergewöhnliche Leistung aller Teilnehmer und Betreuungslehrer, trotz Homeschooling und erhöhtem Arbeitsaufwand in diesen schweren Zeiten gemeinsam an den tollen Projekten zu forschen und diese heute online vorzustellen. Ein besonderer Dank gilt auch den Eltern, die ihrem engagierten Nachwuchs die Möglichkeit zum Forschen gegeben haben – den letztlich sind es diese jungen Talente, die ihre und somit auch unsere Zukunft erforschen und gestalten.“

Auch für die kompetente, ehrenamtliche Jury aus Lehrkräften von Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie Mitarbeitern von Heraeus war es eine besondere Herausforderung, die Arbeiten lediglich online zu begutachten und nicht im direkten Gespräch mit den Jungforschern zu diskutieren. Die Jury-Vorsitzende Judith Jeuck (Claus-von-Stauffenberg-Schule, Dudenhofen) war begeistert: „Mich haben heute die Jungforscherinnen und Jungforscher mit ihrem Elan und Wissen sehr beeindruckt. Sie haben das Motto ‚Lass Zukunft da‘ ernst genommen und sich trotz widriger Bedingungen nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Damit setzen sie ein klares Zeichen, die Zukunft mit nachhaltigen Ideen mitgestalten zu können. Unsere Regionalsieger nehmen nun an den Landeswettbewerben in Hessen teil. Und das ist auch gut so, denn im letzten Jahr konnten sie ihr Können aufgrund der pandemiebedingten Absage von Landes- und Bundeswettbewerb nicht zeigen.“

Von verwirrten Karpfen und Lufttreinigung mit UV-LEDs

Am Ende konnten sich fünf Forschungsprojekte für den Jugend forscht Landeswettbewerb Hessen Ende März in Darmstadt qualifizieren. Chemie-Regionalsieger wurden Maximilian Meininger und Johanna Kunkel von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz und Heraeus mit dem Projekt „Biologisch aktive Vielfalt: Was organische Stoffe mit verwirrten Karpfen zu tun haben“. Darin geben sie einen Überblick der Gewässerbelastung mit organischen Mikroverunreinigungen im Main-Kinzig-Kreis. Den Regionalsieg für das beste interdisziplinäre Projekt holte sich das Forschertrio Maximilian Pfannkuch, Jaro Filip und Dominik Hein von der Ludwig-Geißler-Schule in Hanau. Passend zu Corona entwickelten sie mit revolutionAIR ein sehr wirksames und innovatives Luftreinigungssystems auf Basis von UV-LEDs. Das System desinfiziert durchströmende Luft und verhindert so die Verbreitung von Krankheitserregern wie beispielsweise Coronaviren.

Im Bereich Biologie gewannen Mia Bäumer und Dana Maria Zell von der Kopernikusschule Freigericht. Sie zeigten, dass die Nitratgehalte von Gemüse mit verschiedenen Bio-Zertifizierungen unterschiedlich sind. Im Bereich Technik überzeugte erneut Vorjahressieger Samuel Müller von der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda. Er entwickelte ein energiesparendes Raumkühlungssystem. Sein Kühlsystem nutzt den Effekt, dass bestimmte Salze beim Lösen ihren Lösungsmitteln Wärme entziehen. Sieger im Bereich Mathematik/Informatik wurden wie im Vorjahr Timo Skrobanek und Felix Jannik von der Ludwig-Geißler-Schule in Hanau. Sie programmierten die „BrainDating“-App, die hilft, dass Schüler gemeinschaftlich und mit mehr Freude lernen. Das Kommunizieren auf Augenhöhe („Nachhilfe von Schülern für Schüler“) soll dabei eine produktive Lernatmosphäre schaffen. Alle Regionalsieger von Jugend forscht haben die Chance, sich beim Landeswettbewerb Hessen für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes finden auch diese Wettbewerbsveranstaltungen nur online statt.

Zudem treten drei Regionalsieger von „Schüler experimentieren“ (ab 4. Klasse bis 14 Jahre) in einem eigenen Landeswettbewerb in Kassel an. Zu den Siegern im Bereich Chemie gehören zwei Jungforscher vom Franziskanergymnasium Kreuzburg in Großkrotzenburg. Jorge Hartmanshenn gewann für sein „Chamäleongetränk“, ein cooles Getränk für Jugendliche, das die Farbe ändert, wenn man einen bestimmten Farbstoff in das Getränk mischt. Ari Budis holte den ersten Platz für die Herstellung eines besonders stark schäumenden Brausepulvers, den „Super-Brause-Schaum“. Der Sieg im Bereich Technik ging nach Singapore. Maximilian Seiler, Kira Brettmann und Silja Schermutzki von der German European School Singapore entwickelten und bauten in Eigenregie einen Quadrocopter, eine Drohne mit vier Propellern, die nach fünfmonatiger Bauzeit abhob. Jeder Regionalsieg wurde mit 75 Euro Preisgeld gewürdigt.

Erfolgsgeschichte: Jugend forscht bei Heraeus

Seit 2011 haben nun fast 700 Forschertalente mit über 300 Projekten in den Bereichen Schüler experimentieren und Jugend forscht den Regionalwettbewerb als Plattform genutzt und mit ihren Ideen bereichert.

„Für Heraeus als Regionalpate ist es selbstverständlich, dass wir Jugend forscht als Netzwerk-Partner gerade in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. Mit unserer Patenschaft leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung“, so Heraeus Regionalpate Tore Prang. Insgesamt stellt der Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost nun 44 Regionalsieger (Kategorie Jugend forscht), sechs hessische Landessieger, einen Bundessieger & Europameister.

Jugend forscht ist eine gemeinsame Initiative von Bundesregierung, stern, Wirtschaft und Schulen. Schirmherr ist der Bundespräsident. Kuratoriumsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Jugend forscht e. V. ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Hamburg. Dort werden die bundesweiten Aktivitäten koordiniert. Mehr Informationen unter www.jugend-forscht.de

Über Heraeus

Der Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit führendes Portfoliounternehmen in Familienbesitz. Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück auf eine seit 1660 von der Familie betriebene Apotheke. Heraeus bündelt heute eine Vielzahl von Geschäften in den Feldern Umwelt, Elektronik, Gesundheit und industrielle Anwendungen. Kunden profitieren von innovativen Technologien und Lösungen, basierend auf einer breit aufgestellten Materialexpertise und Technologieführerschaft. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Heraeus einen Gesamtumsatz von 22,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 14.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 40 Ländern. Heute zählt Heraeus zu den Top 10 Familienunternehmen in Deutschland und hat eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.