Iridium (Ir)

Iridium wird in der Homogenkatalyse in folgenden Bereichen eingesetzt:

Zudem fertigt Heraeus neue Katalysatoren strikt vertraulich auf Vorgabe von Kundenspezifikationen im großtechnischen Maßstab.

Carbonylierungen sind Umsetzungen mit Kohlenmonoxid (CO), wobei unter Einschub einer C=O-Gruppe Aldehyde, Ketone oder Carbonsäuren gebildet werden.

Großtechnisch bedeutendstes Verfahren ist die Carbonylierung von Methanol zu Essigsäure ("Monsanto"-Prozess). Daneben gibt es Produktvarianten, z. B. die Herstellung von Acetanhydrid aus Methylacetat. All diese Verfahren basieren auf Rhodium in Gegenwart iodhaltiger Verbindungen. Neuere Prozesse setzen auch auf Iridium mit Cokatalysatoren ("Cativa"-Verfahren).

Hydrierungen sind Umsetzungen ungesättigter Moleküle mit Wasserstoff (H2). Verbindungen von Rhodium, Ruthenium oder Iridium zählen zu den effektivsten homogenen Hydrierkatalysatoren, weil sie besonders selektiv sind. Katalysatoren für Hydrierungen entsprechen häufig denen für Hydroformylierungen, wo H2 und CO als Reaktanden eingesetzt werden.

Daneben lassen sich auch C=O, C=N und Alkine hydrieren. Ruthenium hat eine Affinität zu insb. C=O. Mit Iridium gelingen effektiv Hydrierungen von Iminfunktionen.

Bei Hydrierungen entsteht in prochiralen Molekülen ein Chiralitätszentrum. Wie eine rechte und linke Hand lassen sich "chirale" Moleküle gleicher Struktur (Summenformel, Aufbau) nur durch Spiegelung zur Deckung bringen. Chiralität ist besonders wichtig für moderne Wirkstoffe in den Bereichen des Life Science, wo fast immer nur eine einzige chirale Variante für den betreffenden Einsatz wirksam ist. Solche "asymmetrischen Hydrierungen" lassen sich sehr effektiv mit Edelmetallprecursor und chiralen Liganden durchführen. Heraeus bietet eine breite Palette solch industriell relevanter Precursor, meist Organometallverbindungen.

Verbindung CAS-Nummer Formel Metallgehalt ca. Farbe
Bis(cycloocta-1,5-diene)iridium(I) tetrafluoroborate 35138-23-9 [Ir(cod)2]BF4 38 %
dunkellila
Di-μ-chloro-bis[chloro(pentamethylcyclopentadienyl)iridium(III)] 12354-84-6
[{IrClCp*)2(μ-Cl)2] 48 % orange-rot
Di-μ-chloro-bis[(cycloocta-1.5-diene)iridium(I)] 12112-67-3 [{Ir(cod)}2(μ-Cl)2] 57 % orange-rot
Iridium acetate 52705-52-9 "Ir(OAc)x" 48 % grün
Iridium acetate solution 52705-52-9 "Ir(OAc)x" up to 8 % blaugrün
Tris(acetylacetonato)iridium(III), “Iridium Acetylacetonate” 15635-87-7 [Ir(acac)3] 37 % gelbgrün
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