Palladium (Pd)

Palladium wird in der Homogenkatalyse in folgenden Bereichen eingesetzt:

Carbonylierungen sind Umsetzungen mit Kohlenmonoxid, wobei unter Einschub einer C=O-Gruppe Aldehyde, Ketone oder Carbonsäuren gebildet werden.

In der Fein-, Pharma- und Spezialitätenchemie lassen sich funktionelle Gruppen mit unterschiedlichen phosphorhaltigen Palladiumverbindungen carbonylieren, zum Beispiel Alkene und Alkine zu Acrylaten. Die aktiven Spezies sind Pd(0)-Phosphan-Fragmente, weshalb als Katalysatoren Pd(0)- und Pd(II)-Precursor in Frage kommen, die selbst Phosphane enthalten oder in situ mit Phosphanen eingesetzt werden.

Die "Suzuki"-Kupplung auf Palladium-Basis ist ein Verfahren zur Verknüpfung von Arylhalogeniden ArX mit einer Organoborsäure. In Gegenwart von CO lassen sich so zum Beispiel substituierte Arylketone Ar(CO)R synthetisieren.

Kupplungsreaktionen dienen der Verknüpfung von organischen Molekülen oder intramolekular Molekülteilen meist über eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung ("C-C-Kupplung"). Solche Reaktionen sind weit verbreitet in der Pharma-, Agro-, Fein- und Spezialitätenchemie.

Diese Prozesse basieren ähnlich den Carbonylierungen auf Pd(0)- und Pd(II)-Katalysatoren bzw. -Precursor. Zahlreiche ähnliche Kupplungsreaktionen (nach "Suzuki", "Matsuda", "Stille" usw.) basieren auf dieser Palladium-Chemie. Wichtige Produkte sind zum Beispiel Biphenyle im Agrobereich oder Flüssigkristalle.

Manche Oxidationen lassen sich großtechnisch homogen ebenfalls mit Edelmetallen durchführen. Bekanntester Fall ist das "Hoechst-Wacker-Verfahren" zur Synthese von Acetaldehyd aus Ethen und Luftsauerstoff in Gegenwart des Katalysatorsystems Pd/Cu (in Form wässriger, chloridischer Lösungen). Durch Variation des Lösungsmittels, des Edukts oder der Verfahrensparameter lassen sich so auch andere Produkte gewinnen, zum Beispiel Acetanhydrid bzw. Butan-2-on aus But-1-en sowie Allylacetat aus Propen. Im Feinchemie- und Pharmasektor haben 1,2-Dihydroxylierungen von Alkenen mit Osmium in Form von Osmium(VIII)-oxid oder Kalium-tetrahydroxodioxoosmat (VI) Bedeutung. Im wässrigen System bilden sich so effektiv cis-1,2-Diole.

Die Alkoholoxidation ist in Gegenwart von Oxidationsmitteln mit Palladium - und besonders auch Ruthenium - möglich.

Hydrosilylierungen sind Reaktionen zum Aufbau höhermolekularer Organosiliciumverbindungen (Silane, Siloxane) und damit die Basis der Siliconherstellung. Siliconprodukte sind heute alltäglich in der Dental-, Kfz-, Bau-, Polymer- oder Papierindustrie. Platin ist das effektivste Metall für diese homogenkatalytische Reaktion. Auch Rhodium, sowie in Einzelfällen Palladium, können als Hydrosilylierungskatalysatoren dienen.

Zudem fertigt Heraeus neue Katalysatoren strikt vertraulich auf Vorgabe von Kundenspezifikationen im großtechnischen Maßstab.

Verbindung CAS-Nummer Formel Metallgehalt ca. Farbe
Bis(acetylacetonato)palladium(II) “Palladium Acetylacetonate” * 14024-61-4 [Pd(acac)2] 35 % gelb
trans-Bis(benzonitrile)dichloropalladium(II) * 14220-64-5 [PdCl2(PhCN)2] 27 % gelb
Bis(dibenzylideneacetone)palladium(0) 32005-36-0 Pd(dba)2 20 % rotbraun
Dichloro(cycloocta-1.5-diene)palladium(II) 12107-56-1 [PdCl2(cod)] 37 % gelb
Dichloro[1,1‘-ferrocenylbis-(diphenylphosphane)]palladium(II) 72287-26-4 [PdCl2(dppf)] 13 % rot
Dichloro[1.1’-ferrocenylbis(diphenylphosphane)]palladium(II) dichloromethane * 95464-05-4 [PdCl2(dppf)] · CH2Cl2 13 % rot
Dichlorobis(triphenylphosphane)palladium(II) 13965-03-2 [PdCl2(PPh3)2] 15 % gelb
Palladium(II) acetate 3375-31-3 Pd(OAc)2 47 % gelbbraun
Tetrakis(triphenylphosphane)palladium(0) 14221-01-3 [Pd(PPh3)4] 9 % gelbgrün
Tris(dibenzylideneacetone)dipalladium(0) 52409-22-0 Pd2(dba)3 20 % rotbraun
Tris(dibenzylideneacetone)dipalladium(0) dibenzylideneacetone 51364-51-3 Pd2(dba)3 · dba 20 % rotbraun

* Dieses Produkt ist auf Anfrage erhältlich. Bitte sprechen Sie uns an.“

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