Wie erhole ich mich nach einer Gelenkersatz Operation?

Nach einer Prothesenoperation schließt sich heutzutage keine wochenlange Schonung oder Bettruhe mehr an. Denn eine frühe Mobilisation ist sehr wichtig. Sie hilft, Komplikationen wie Thrombosen zu vermeiden und beschleunigt den Heilungsprozess.

Bereits ab dem ersten Tag nach der Gelenkersatz-Operation werden Sie von einem Physiotherapeuten mobilisiert. Er erklärt Ihnen, welche Bewegungen Sie ausführen können und wie Sie z.B. nach einer Hüftoperation Gehhilfen einsetzen. Zudem übt der Physiotherapeut mit Ihnen alltägliche Bewegungsabläufe. Krankengymnastische Übungen fördern Muskelaufbau, Koordination und Beweglichkeit.

Nach einer Knie- oder Schulteroperation kommt auch die so genannte Motorschiene zum Einsatz, auf der das operierte Gelenk durchbewegt wird.

Nach einer Knie- oder Hüftoperation erhalten Sie in der Regel zunächst Anti-Thrombose-Spritzen zur Verhütung einer Thrombose oder Embolie. Erkundigen Sie sich beim behandelnden Arzt für die nachstationäre Thrombosebehandlung nach einem eventuellen Wechsel von Thrombosespritzen auf NOAK (Neue Orale Antikoagulantien). Diese sind oft angenehmer als Spritzen und vermeiden die unschönen "blauen Flecken".

Zusätzlich werden die Beine mit einem Kompressionsstrumpf oder einer Bandage versorgt. Danach können Sie in der Regel Ihr Bein wieder voll belasten und benötigen auch keine Gehhilfen mehr.

In der Regel schließt sich an den Krankenhausaufenthalt eine mehrwöchige Rehabilitationsmaßnahme an, die Anschlussheilbehandlung. Diese kann ambulant von zu Hause aus oder stationär in einer Reha-Klinik durchgeführt werden.

Da die Prothesenoperation in den meisten Fällen ein so genannter Wahleingriff ist, können Sie schon vor oder spätestens kurz nach der Operation die Art und den Ort der Rehabilitation mit Ihrem Arzt besprechen. Dieser wird alle Details mit Ihnen klären und die entsprechenden Anträge ausfüllen. Teilweise sind dafür Rückfragen bei Ihrer Krankenversicherung nötig.

Auch nach Ende der Rehabilitation sollten Sie zu Hause konsequent mit den erlernten Übungen weiter trainieren.

In der Zeit nach einer Prothesenoperation sollten Sie in regelmäßigen, festgelegten Abständen für Nachuntersuchungen Ihren Arzt aufsuchen. Er wird das Gelenk klinisch begutachten und eine Röntgenuntersuchung veranlassen. Er kann frühzeitig eventuelle Komplikationen erkennen und behandeln, die trotz Beschwerdefreiheit auftreten können. Unterstützt werden Sie hierbei vom Prothesenpass.

Ihre Muskulatur ist erst nach Wochen bis Monaten nach der Operation soweit gestärkt, um das Gelenk ausreichend vor falschen Bewegungen zu schützen. Daher sollten Sie insbesondere in den ersten Wochen bestimmte Bewegungen vermeiden. In der Physiotherapie werden Sie darüber ausführlich aufgeklärt und angelernt. Vermeiden Sie grundsätzlich Sportarten mit hoher Belastung und Sturzrisiko.

Hüftendoprothese

  • Sitzen in tiefen Sesseln und Übereinanderschlagen der Beine
  • Drehbewegungen des operierten Beines nach außen
  • starke Stoßbelastungen

Knieendoprothese

  • Hocken und Knien, beispielsweise bei der Gartenarbeit
  • Übereinanderschlagen der Beine beim Sitzen
  • gestrecktes Anheben des operierten Beines

Schulterendoprothese

  • Schulter-belastende Arbeiten (über dem Kopf sowie vor dem Körper)
  • Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten
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Heraeus Medical

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