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US-Konjunkturdaten als Treiber des Goldpreises

Gold ist derzeit ein Getriebener der US-Konjunkturdaten: Meldungen über Inflation und gute Einzelhandelsumsätze schüren die Zinserhöhungsfantasie und setzen den Preis für das Metall unter Druck. Umgekehrt führen enttäuschende US-Wirtschaftsdaten (Industrieproduktion) zu einem Preisanstieg. So geschehen am vergangenen Mittwoch, als Gold mit 1.217,50 $/oz sein Wochentief markierte, um den Tag dann mit 1.233 $/oz zu beenden. Diese Volatilität dürfte uns in den kommenden Monaten erhalten bleiben. Fed-Chefin Janet Yellen signalisierte zuletzt, dass die US-Wirtschaft für eine baldige Erhöhung der Leitzinsen gewappnet ist. Wirtschaftsdaten, die diese Einschätzung bestätigen, werden damit den Goldpreis in den kommenden Wochen und Monaten belasten. Wie ausgeprägt eventuelle Kurskorrekturen ausfallen, hängt nicht zuletzt vom Verhalten der Anleger ab. Sie nutzten Preisrückgänge in den vergangenen Tagen regelmäßig für Käufe. Ein Grund hierfür sind die Realzinsen, also die Marktzinsen bereinigt um die Inflationsrate. Diese liegen unverändert bei nahe Null in der Dollarregion. Ungeachtet dieser möglichen Schwankungen, gehen wir davon aus, dass die Grundstimmung am Goldmarkt weiterhin positiv bleibt. Die Unsicherheiten über die Politik des neuen US-Präsidenten, die anstehenden Wahlen in der Euro-Zone, die anhaltende Diskussion über die Stabilität italienischer Banken und neue Spekulationen über die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands sind nur einige Gründe hierfür. Einen ersten Widerstand findet der Goldpreis bereits bei 1.248 $/oz, danach ist der Weg frei bis 1.270 $/oz.

Silber beeinflusst durch Wirtschaftsdaten und Streik bei Kupferproduzenten

Seit Silber Mitte Dezember einen Boden bei 15,70 $/oz gebildet hat, befindet es sich wieder im Aufwärtstrend, beflügelt durch einen optimistischen konjunkturellen Ausblick, negativen Realzinsen und steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen in einem unsicherer werdenden geopolitischen Umfeld. Auch die anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich dürften weiter zur sicherheitsorientierten Nachfrage beitragen. Ebenso versprach Trump vergangene Woche "phänomenale Steuererleichterungen", welches die konjunkturellen Erwartungen weiter antreibt und in dem durch Vollbeschäftigung gekennzeichneten US-Arbeitsmarkt auch die Inflation antreiben dürfte. Darüber hinaus profitiert der Silberpreis derzeit von Streiks beim größten Kupferproduzenten der Welt in Chile, da Silber als Beiprodukt der Kupferproduktion anfällt. Der Kupferpreis konnte seit dem Beginn des Streiks nochmal doppelt so stark zulegen wie Silber. Auch die als „falkenhaft / hawkish“ empfundene Fed Chefin Janet Yellen konnte den US-Dollar weder nachhaltig beflügeln, noch die Rallye an den Metall- und Aktienmärkten bremsen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im März marginal gestiegen ist. Die große Intraday-Volatilität wird derzeit stark durch die Veröffentlichung wesentlicher Konjunkturdaten gesteuert. Unterhalb der 200-Tageslinie bei 17,90 $/oz zeigte sich solide Unterstützung bei 17,70 $/oz.

Platin weiterhin im Aufwärtstrend

Nach dem „Sell-Off“ zu Wochenbeginn (hauptsächlich durch den fallenden Goldpreis ausgelöst), sank der Platinpreis kurzzeitig unter die 1.000 $/oz-Marke bis auf ein Niveau von 990 $/oz. Die Unterstützung bei 987 $/oz, wie bereits im letzten Wochenbericht erwähnt, konnte erneut halten. Das Metall nahm sogar wieder an Fahrt auf und erreichte ein Niveau von fast 1.020 $/oz. Ansteigende Longpositionen auf den Future-Märkten sind der wesentliche Treiber für den Aufwärtstrend der letzten Wochen. Die bessere Performance im Verhältnis zu anderen Metallen führte insbesondere auch dazu, dass das Platin:Gold Ratio sich seit Oktober 2016 langsam aber stetig von dem niedrigsten je aufgezeichneten Niveau bei 0,70 auf zur Zeit 0,80 erhöht hat.

In nächster Zeit erwarten wir, dass dieses Level gehalten oder sich sogar noch erhöhen wird. Dies hängt u.a. mit dem südafrikanischen Rand zusammen, der so stark ist wie seit Oktober 2015 bzw. November 2016 nicht mehr. Der Druck auf die Minen wird damit weiterhin verstärkt und könnte zu einem sinkenden Angebot führen. Außerdem könnte die geplante Steuerreform in den USA das Konsumverhalten anregen und vor allem die PGMs als Industriemetalle an Wert gewinnen.

Palladium - 800er-Marke als Ziel

Palladium hat den Schock des starken Preisrückgangs Ende Januar nun endgültig hinter sich gelassen und kämpfte sich im Laufe der Vorwoche an alte Höhen heran - von Preisen rund um 780 $/oz auf aktuell 795 $/oz. Auch in der Berichtswoche hat Palladium wieder versucht die 800er-Marke zu bezwingen und ist allerdings auch dieses Mal wieder gescheitert. Am Freitagnachmittag fiel das Metall von Wochenhöchstkursen relativ schnell auf Kurse unter 780 $/oz. Wir halten die 800er Marke allerdings nach wie vor für möglich. Der Autoabsatz im wichtigsten Markt China ist im Januar leicht gesunken, was vor allem an dem frühen Neujahrsfest liegt. Weiterhin hat die Regierung die Steuervergünstigungen zurückgefahren, was die Nachfrage auch nachhaltig sinken lassen könnte. Trotzdem ist der weltweite Absatz marginal gestiegen. Palladium wird hierbei vor allem von den wachsenden Zahlen der Nutzfahrzeuge-Industrie begünstigt. Generell profitieren Metalle momentan von dem erwarteten BIP-Schub unter Donald Trump. Dies zeigt sich auch in den Pd-NYMEX Positionen, welche nach stärkeren Rückgängen um 19.700 Unzen gewachsen sind.

Rhodiumpreis deutlich fester; Ruthenium nach wie vor lustlos; starke Nachfrage bei Iridium

Das in der Vorwoche beschriebene Kaufinteresse von der Industrie hat auch in der Berichtswoche weiter angehalten und dadurch den Rhodium-Preis nach oben getrieben. Auch Investoren wurden wieder verstärkt aktiv und haben dadurch den Anstieg noch beschleunigt. In nur 3 Tagen ist der Preis um mehr als 50 $/oz angestiegen, was dann schlussendlich in der Geschwindigkeit dann doch etwas überraschte. Insgesamt waren die Umsätze auf einem sehr hohen Niveau. Ausblickend schaut der Markt jetzt auf 900 $/oz und mittelfristig vielleicht sogar auf 1.000 $/oz, was bei weiterem Investoreninteresse sicherlich nicht auszuschließen ist. Ruthenium handelt nach wie vor lustlos bei geringen Umsätzen. Keine Veränderungen in der Berichtswoche.

Iridium ist weiterhin im Aufwind und hat allein in der letzten Woche um beachtliche 5% zugelegt. Das immer noch sehr übersichtliche Angebot ist momentan deutlich geringer als die Nachfrage, daher wird der Preis weiter nach oben getrieben und es sieht so aus, als wäre das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die eingeschränkte Verfügbarkeit weist sicher darauf hin, dass der Preis auf absehbare Zeit nicht fallen wird bzw. kann.

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