Marktbericht

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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 40 - 11. November 2019

Wird der ID.3 von VW der Nachfrage nach Palladium und Rhodium den Stecker ziehen?

Auf die Automobilindustrie entfallen 81% der Palladium- sowie 83% der Rhodiumnachfrage. Die deutschen Automobilhersteller haben an der Nachfrage der gesamten Industrie in Westeuropa einen Anteil von mehr als einem Drittel.

Am 04. November begann der Volkswagen-Konzern (VW) mit der Fertigung des ersten batterieelektrischen Fahrzeugs (BEV) für den Massenmarkt. Im VW-Werk Zwickau nahm das Unternehmen die Produktion seines neuen Elektroautos, des ID.3, auf. Dies ist das erste in großer Stückzahl gefertigte Elektroauto im Mittelklassesegment (Fließhecklimousine für Familien). Zunächst werden 30 Fahrzeuge pro Tag produziert, im kommenden Jahr soll die Fertigung jedoch erweitert werden, sodass 2020 100.000 Fahrzeuge produziert werden. 2021 plant VW mit der Produktion von sechs Modellen dreier Marken die Produktion von 330.000 Fahrzeugen; bis 2028 plant VW schließlich den Verkauf von 22 Mio. batterieelektrischen Fahrzeugen weltweit.

Eine Bewährungsprobe für BEV steht nun bevor, da die Preise nun die gleiche Größenordnung wie für Fahrzeuge mit Verbrennungs-motoren erreicht haben. Die deutsche Bundesregierung hat angekündigt, die Kaufsubventionen auf batterieelektrische Fahrzeuge um 50% auf 6.000 Euro anzuheben und die Bezuschussung bis 2025 zu verlängern. Dies gilt für Fahrzeuge mit einem Anschaffungs-preis von weniger als 40.000 Euro. Der ID.3 kostet in seiner Standardausführung in Deutschland weniger als 30.000 Euro, sodass unter Hinzurechnung der Prämie die Kosten vergleichbar mit denen eines VW Golf mit mittlerer Ausstattung sind. Diese Frage ist nicht nur für die Automobilhersteller und die CO2-Emissionen entscheidend, sondern auch für die Nachfrage nach Platingruppen-metallen (PGM).

Wird ein massentaugliches Elektroauto beim Verbraucher auf Akzeptanz stoßen? Die Fertigung eines batterieelektrischen Fahrzeugs zu einem ähnlichen Preis wie für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor wird zeigen, wie bereitwillig die Verbraucher auf Elektroautos umsteigen. In diesem Jahr wird der Absatz von Elektroautos ca. 60.000 Fahrzeuge erreichen. Dies entspricht einem Marktanteil von 1,7% - dieser Wert müsste sich jedoch zwei Mal verdoppeln, um die Produktionsziele von VW zu erreichen. Innerhalb der kommenden Jahre wird sich herausstellen, welches Absatzniveau für BEV möglich ist. Das ist nicht nur für die Fahrzeughersteller und die CO2 Emissionen eine entscheidende Frage, sondern auch für die PGM Nachfrage.

Kurzfristig sichern die strengeren Abgasnormen die Nachfrage nach Palladium und Rhodium und halten die Preise hoch. Vergangene Woche lief die Produktion des ID.3 an – ein erschwingliches Elektrofahrzeug von VW für den Massenmarkt ist die größte Gefahr für die Preisentwicklung von Palladium und Rhodium.

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Heraeus Precious Metals - Setting the PGM agenda for the years ahead (only in English)

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