Marktbericht

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Barren

Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 05 - 17. Februar 2020

Der Ausbruch des Coronavirus verstärkt Nachfrage nach sicheren Anlagen – und belastet die PGM-Nachfrage

Die vom Ausbruch des neuen Coronavirus COVID-19 in China verursachten Turbulenzen werden die Nachfrage nach Edelmetallen für eine Vielzahl von Anwendungen beeinträchtigen. Betroffen sind unter anderem Autos und Autoteile, Elektronik und Schmuck.

Die Stadt Wuhan, Herd des Ausbruchs, ist ein bedeutender Standort der chinesischen Autoindustrie. Zahlreiche in der Region ansässige Autofabriken waren von den durch die Regierung angeordneten Betriebsschließungen in den letzten beiden Wochen betroffen – unter anderem die Dongfeng Motor Group, eines der größten Joint-Ventures im Autosektor. Auch Fabriken in angrenzenden Provinzen und Ländern sind wegen den Bezugsschwierigkeiten chinesischer Komponenten betroffen.

Betriebsschließungen und Engpässe in den Lieferketten könnten in China zu einem Produktionsrückgang von 1,7 Mio. Fahrzeugen im ersten Quartal führen (Quelle: IHS Markit), was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 27% entspräche. Mehr als 20% der weltweiten Nachfrage nach Palladium entfallen auf den weltgrößten Autohersteller China, in dem 2019 der CAAM zufolge 21,4 Mio. PKW abgesetzt wurden. Es wird erwartet, dass der Produktionsausfall im weiteren Jahresverlauf aufgeholt wird, dennoch wird die Autoproduktion laut China Passenger Car Association in diesem Jahr um 800.000 Fahrzeuge (5%) zurück gehen. Dieser Rückgang entspricht etwa 100.000 Unzen (3,1 t) Palladium und 10.000 Unzen (0,3 t) Rhodium. Diese Mengen sind zwar nicht ausreichend, um das jeweilige Marktdefizit auszugleichen – sie können jedoch das Kaufverhalten verändern, was kurzfristig zu volatileren Preisbewegungen führen könnte.

Im ersten Quartal kommt es zu einem deutlichen Absatzrückgang von Gold- und Platinschmuck. In China sind viele Schmuckfabriken und Juweliergeschäfte geschlossen - doch selbst wenn die Sicherheitsmaßnahmen aufgehoben werden, werden viele Verbraucher vorerst öffentliche Plätze wie Einkaufszentren meiden. Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass der Schmuckabsatz in China in den ersten beiden Monaten von 2020 um 50% einbrechen wird. Die Nachfrageeinbußen für Platinschmuck könnten sich auf 80.000 Unzen (2,5 t), die für Goldschmuck auf 1,9 Mio. Unzen (59,1 t) belaufen.

Außerhalb Chinas erfährt Gold jedoch durch die Nachfrage nach sicheren Anlagen Unterstützung. Seit Jahresbeginn verzeichnen die Bestände von Gold-ETFs einen Zuwachs um 1,9 Mio. Unzen (59,1 t). Der Gesamteffekt auf die Nachfrage ist bis zur Wiederaufnahme der Produktion nicht abzuschätzen. Mindestens bis März wird die Kapazitätsauslastung in den meisten Industriezweigen gering bleiben, wobei logistische Engpässe weitere Verzögerungen verursachen werden. Auch nachdem das Virus eingedämmt ist, wird die Nachfrage für weitere Monate durch ein geschädigtes Verbrauchervertrauen beeinflusst bleiben.

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Heraeus Precious Metals - Setting the PGM agenda for the years ahead (only in English)

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