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Barren

Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 06 - 24. Februar 2020

Ist die Silbernachfrage in der Photovoltaik gefährdet?

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in China gefährden die Silbernachfrage aus der Photovoltaikindustrie. Während bereits Materialeinsparungen und Effizienzgewinne zu einem geringeren Silbergehalt je Solarzelle führen, erzeugen die Auswirkungen des Coronavirus zusätzliche Verwerfungen in der chinesischen Industrie, die zu einem Rückgang der Silbernachfrage in diesem Jahr führen könnten. Zusätzlicher Gegenwind erwächst der Industrie aus der ohnehin schwächelnden Wirtschaft sowie der Unsicherheit von Betreibern, die sich weiter aus dem subventionsgetriebenen Markt zurückziehen könnten. Der Ausblick für China ist derzeit deutlich weniger optimistisch als noch vor einigen Monaten.

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die globale Lieferkette werden gravierend sein. Auf China als weltweit größten Markt für in Solarzellen verwendetem Silber entfällt nicht nur mehr als ein Drittel der jährlich installierten Kapazitäten, sondern auch der Großteil der Produktion. Dem Silver Institute zufolge entfielen 2018 mit 80,5 Mio. Unzen (2.503,8 t) 8% der weltweiten physischen Silbernachfrage auf die Photovoltaikindustrie. Die chinesische Nachfrage belief sich auf 30,9 Mio Unzen (961,1 t), es wurden Kapazitäten in Höhe von fast 40 GW installiert. Während die chinesischen Behörden versuchten, den Ausbruch des Virus in den Griff zu bekommen, wurden viele Fabriken für Solarmodule für mindestens zwei Wochen geschlossen. Zwar wurde der Betrieb vielerorts inzwischen wieder aufgenommen, dennoch rechnet die China Photovolatic Industry Association (CPIA) mit einer verringerten Produktion bis mindestens Mitte des Jahres und einer Erholung ab dem dritten Quartal.

Die Verwerfungen in China, dem weltweit größten Anbieter von Solarmodulen, könnten kurzfristig zu Preisanstiegen führen und die Nachfrage beeinflussen. Hersteller melden bereits Beschaffungsengpässe für Wafer und Solarglas. Zusätzlich zu von den durch logistische Engpässe ausgelösten Lieferverzögerungen könnten auch die höheren Rohstoffpreise die Finanzierung geplanter Projekte beeinflussen und somit deren Umsetzung verzögern – die Versorgungsunsicherheit macht sich im globalen Photovoltaikmarkt bereits bemerkbar.

Das Installationsvolumen von Solaranlagen könnte angesichts der Lage in China 2020 weltweit um 20 GW hinter den Erwartungen zurückfallen. (Unter der Annahme eines Rückgangs der Installationen um 25% in China; um 20% in Indien und um 10% im Rest der Welt.) Vor dem Ausbruch des Coronavirus war laut IHS Markit ein Anstieg der globalen Neuinstallationen um 142 GW erwartet worden, + 14 % gegenüber dem Vorjahr. Der abnehmende Bedarf in China und die Auswirkungen der Materialeinsparungen dürften die industrielle Silbernachfrage im weiteren Jahresverlauf unter Druck bringen – dies dürfte jedoch vom Interesse von Anlegern kompensiert werden, wodurch der Preis Unterstützung erfährt.

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