Heraeus Edelmetallprognose 2017

USD IN 2017 VORAUSSICHTLICH MEHR WERT ALS EUR

Über die vergangenen zwei Jahre handelte der Euro zum US-Dollar in einer 14 Cent Spanne zwischen 1,03 €/$ und 1,17 €/$, bestimmt durch eine Null Prozent Zinspolitik und außergewöhnlicher geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen dies- und jenseits des Atlantiks. Ende 2015 befanden wir uns auf ähnlichem EUR-USD Niveau wie Ende 2016, am unteren Ende der Handelsspanne, mit gleichen Erwartungen hinsichtlich Zinserhöhungen in den USA und unverändertem Niveau in Europa. Anstatt der erwarteten vier Zinserhöhungen in den USA lieferte die Federal Reserve (Fed) tatsächlich nur eine, was den US-Dollar im Laufe des Jahres zunächst wieder schwächte.

Für 2017 liegen die Dinge nun jedoch anders: Ein neuer Präsident mit den Versprechen eines großen Infrastrukturprogramms und Steuersenkungen hat die Infl ationserwartungen und Anleiherenditen bereits nach oben katapultiert. Dies versetzt die Fed in die komfortable Lage, die Zinsen in 2017 tatsächlich in mehreren Schritten nach oben anpassen zu können. Auf Ihrer letzten Sitzung im Dezember deutete sie an, in diesem Jahr voraussichtlich dreimal die Zinsen erhöhen zu wollen. Hierzulande verkündete hingegen EZB Präsident Draghi auf der letzten EZB-Sitzung eine Verlängerung der Anleihekäufe bis Ende 2017 mit einem Volumen über 60 Milliarden Euro pro Monat, sowie Zinsen auf gleichem oder noch niedrigerem Niveau bis mindestens 2018.

Auch im Hinblick auf die Konjunktur, hat sich das Wirtschaftswachstum in den USA deutlich beschleunigt und wird dort voraussichtlich auch in 2017 mit über 2 % stärker ausfallen als in der EU mit ca. 1,6 %. Aufgrund dieses makroökonomischen Umfelds, sowie der immer stärker divergierenden Zentralbankpolitiken erwarten wir, dass Euro-Dollar dieses Jahr weitere Tiefstände markieren und unter die Parität fallen wird. Im Laufe des Jahres könnte jedoch das hohe US-Budgetdefi zit und Erreichen der Schuldenobergrenze wieder in den Fokus des Marktes geraten. Zudem werden sich realwirtschaftliche Ergebnisse der „Trumponomics“ voraussichtlich erst nach langer Vorlaufzeit einstellen und die derzeitigen hohen Erwartungen enttäuschen. Auch bleiben die negativen Auswirkungen von Trumps Politik im Hinblick auf Protektionismus, Einwanderungspolitik und Konfrontation mit China abzuwarten. Sofern sich dann keine neuen (oder alten) größeren politischen Krisen in der EU ergeben, könnte der Euro zum Ende dieses Jahres wieder von einem schwächelnden US-Dollar profi tieren. Mit Blick auf Brexit Verhandlungen, politischer Instabilität in Italien und Spanien, sowie kritischen Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden bleibt die Fantasie nach oben jedoch begrenzt. Wir erwarten für 2017 im Tief 0,95 €/$ und zum Jahresende 1,08 €/$.

ZWEIFEL AN NACHHALTIGER ZINSWENDE MACHEN GOLD ATTRAKTIV

Zu Beginn des Jahres 2017 stehen die Märkte im Zeichen steigender Zinsen in den USA, von Rekordständen an den Aktienmärkten, politischer Unsicherheiten in der EU und Unklarheiten über die Politik des gewählten US-Präsidenten Trump.

Bereits im vergangenen Sommer – und damit vor dem überraschenden Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl – stiegen in den USA die Infl ations- und Konjunkturerwartungen – die Zinsen kletterten und setzten den Goldpreis unter Druck. Positivere Wachstumsprognosen befl ügelten die Risikobereitschaft der Investoren. Verluste bei Anleihen und auch „sicheren Häfen“ wie Gold waren die Folge: Zum Jahresende fi el der Preis des Metalls bis auf 1.151 $/oz. Auch wenn diese Entwicklung in den kommenden Monaten noch anhalten dürfte, gehen wir nicht von einer grundsätzlichen und nachhaltigen Zinswende aus. Hier lohnt ein Blick auf die Realzinsen – also den um die Infl ation bereinigten Zins. So lange hier kein Anstieg erkennbar ist, dürften auch die Verluste des Goldpreises lediglich temporär sein. In einem Umfeld, das weltweit von extrem niedrigen Leitzinsen geprägt ist, scheint es schwer vorstellbar, dass die US-Notenbank eine radikale Zinswende einleitet, welche den US-Dollar stärken und damit die heimische Wirtschaft belasten würde. Sie signalisierte zuletzt für 2017 drei Zinsschritte. Ob Donald Trumps Politik zu einer Verschärfung der geldpolitischen Gangart führt, ließ die Fed-Vorsitzende Janet Yellen im Dezember offen. Die großen Versprechen des neu gewählten US-Präsidenten bergen ein gewisses Enttäuschungspotenzial. Sollten die angekündigten Investitionsprogramme nicht in vollem Maße umgesetzt werden und ihre volle Wirkung entfalten, sind entsprechende Reaktionen der Märkte wahrscheinlich. Hinzu kommen die Folgen der angekündigten protektionistischen Maßnahmen, Stichwort: „Handelsabkommen“.

Das politische Jahr 2017 steht im Zeichen wichtiger Wahlen in Frankreich und Deutschland. Auch wenn diese Entscheidungen politisch bedeutend sind, erwarten wir im besten Fall nur kurzfristige Konsequenzen für den Goldpreis. Bereits das Referendum über den „Brexit“ und die US-Wahl sowie die Abstimmung über die Verfassungsreform in Italien haben nur temporäre Spuren an den Märkten hinterlassen, die – mit Ausnahme der Entwicklung des britischen Pfunds – auch noch komplett anders ausfielen als ursprünglich erwartet.

Spekulationen über mögliche Importrestriktionen bei den beiden weltgrößten physischen Nachfragern Indien und China belasteten den Goldpreis Ende vergangenen Jahres. Um Kapitalabflüsse aus dem eigenen Land zu reduzieren, denken beide Länder über Importverbote für das Edelmetall nach. Der ehemals größte Konsument Indien hat bereits Erfahrung mit ähnlichen Maßnahmen gesammelt. Von der im November erlassenen Währungsreform könnten nun weitere Konsequenzen auf den Goldmarkt durchschlagen.

So ist der Aufschlag für den lokalen Goldpreis bereits deutlich angezogen. Impulse von der Angebotsseite könnten den Goldpreis hingegen unterstützen: So haben die Goldminen aufgrund des gesunkenen Preises bereits begonnen, ihre Produktion zu drosseln und investieren gleichzeitig auch weniger in neue Förderprojekte. Das Angebot von Altgold ist im vierten Quartal des vergangenen Jahres auch deutlich zurückgegangen.

Vor diesem Hintergrund und auf Basis des aktuellen Preisniveaus, stehen wir dem Goldpreis für das neue Jahr verhalten optimistisch gegenüber. Einen erneuten Anstieg bis auf 1.300 $/oz schließen wir im Jahresverlauf nicht aus. Im ersten Halbjahr ist ein Rückgang bis auf 1.060 $/oz – dem Jahrestief von 2015 – möglich.

ROBUSTE NACHFRAGE DÜRFTE DIE SILBERPREISENTWICKLUNG UNTERSTÜTZEN

Der Silberpreis hat Anfang vergangenen Jahres die Talsohle markiert und konnte im Verlauf wieder deutlich an Wert gewinnen. Mit einer Jahresperformance von +14,7% war es damit eines der sich am stärksten entwickelnden Assets. Auch Gold wurde deutlich outperformed. Das Gold-Silber Ratio verbesserte sich entsprechend von über 76 auf unter 72. Wir gehen davon aus, dass Silber auch 2017 weiter im Wert steigen wird.

Zum einen wird das politische Klima weiterhin für hohe Nachfrage nach „sicheren Häfen“ sorgen. So dauern zahlreiche geopolitische Krisen an, es gibt Wahlen in mindestens zwei Kernländern der EU, sowie Brexit Verhandlungen und ungelöste Schuldenprobleme. Auch die Innen- und Außenpolitik Trumps ist sicherlich für negative Überraschungen gut. Insbesondere das Erreichen der Schuldenobergrenze und hohe Budgetdefizit in den USA, haben das Potenzial dem US-Dollar wieder Vertrauen zu entziehen und die Metalle zu beflügeln, ähnlich wie in 2011 als die Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagenturen herabgestuft wurde und Silber bis auf 49 $/oz stieg. Zum anderen dürfte die Geschwindigkeit der Zinserhöhungen durch die Federal Reserve Bank (Fed) mit zwei bis drei Erhöhungen moderat bleiben und die Inflation gemäß Markterwartungen deutlich anziehen. Daraus ergibt sich ein positives Gesamtumfeld für Metalle im Allgemeinen und für industriell genutzte Edelmetalle wie Silber im Speziellen.

Der physische Markt befand sich im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge im Defizit und wird dieses voraussichtlich auch in 2017 beibehalten. Die Ausbringung aus Minen verringerte sich vergangenes Jahr erstmals seit 12 Jahren und wird sich voraussichtlich noch weiter reduzieren. Dies geht auf Minenschließungen und Förderreduktionen zurück, bedingt durch niedrige Basismetallpreise und Unwirtschaftlichkeit. Die Recyclingmengen werden vermutlich aufgrund des immer noch relativ niedrigen Preises auf reduziertem Vorjahresniveau bleiben.

Auf der Nachfrageseite erwarten wir wie in 2016 weiter solide Zuflüsse in ETFs. Im Gegensatz zur europäischen Nachfrage (+14%), verringerte sich jedoch die globale Nachfrage nach Barren, Münzen und Schmuck in 2016. Im Hinblick auf die guten Konjunkturerwartungen in den USA, das optimistische Verbrauchervertrauen in China und die wertorientierte Nachfrage in Indien, dürfte diese aber wieder in 2017 anziehen. Die industrielle Nachfrage im Photovoltaik Bereich erreichte einen neuen Rekordstand in 2016 und wird aufgrund des weltweiten Ausbaus an erneuerbaren Energien auch im neuen Jahr weiter steigen und den Silberpreis unterstützen, selbst wenn sich die US-Nachfrage unter Trump reduzieren sollte.

Charttechnisch erwarten wir spätestens im zweiten Halbjahr den Ausbruch nach oben aus dem seit Juli 2016 währenden Abwärtstrend und eine Handelsspanne zwischen 15 $/oz und 23 $/oz.

PLATIN MIT ANGEBOTSÜBERHANG

Nach dem 7-Jahres-Tief im Januar konnte Platin im vergangenen Jahr temporär eine deutliche Erholung verzeichnen. Nach Preisen von unter 900 $/oz wurde im August ein Jahreshöchstwert von 1.193 $/oz erreicht. Die Goldpreisentwicklung, sowie der starke US-Dollar, die im Dezember den Preis bis auf nahe 900 $/oz absinken ließen, dürften auch im laufenden Jahr über die Angebots- und Nachfrageseite hinaus prägende Treiber sein.

Der Emissionsskandal sowie Diskussionen über die Zukunft des Verbrennungsmotors hatten im abgelaufenen Jahr nur wenig bis keine Auswirkung auf die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie.

Dies dürfte sich aber ändern. Im wichtigen europäischen Markt ist der Dieselanteil bei den Neuzulassungen bereits 2016 unter 50 % gefallen - Tendenz weiter fallend. Das CAR Institut (Center Automotive Research) geht mittlerweile von einem Diesel Marktanteil von unter 40 % Ende des Jahres 2017 aus. Diskussionen über die eingeschränkte Nutzung von Dieselfahrzeugen in großen Städten verstärken diesen Trend.

Die zweite wichtige Nachfragesäule für Platin, die Schmuckindustrie, gibt derzeit auch wenig Anlass zu Optimismus. Im wichtigsten Markt China ist die Nachfrage 2016 um ca. 20 % gefallen. Die weiter wachsende Nachfrage aus dem indischen Schmuckmarkt konnte den Rückgang nicht kompensieren. Die globale Nachfrage aus dem Schmuckbereich dürfte sich auf dem nun tieferen Niveau allerdings stabilisieren und ab 2017 und in den Folgejahren wieder im einstelligen % Bereich wachsen. Der Verbrauch in den anderen industriellen Anwendungen, der sich über die Chemie- und Petrochemie, sowie die Elektro-, Glas und Medizinindustrie erstreckt, verzeichnete kaum Veränderungen. Die einzelnen Segmente in diesem Bereich sind zu unbedeutend, um entscheidende Impulse auf die Preisentwicklung zu geben.

Auf der Angebotsseite haben mehrjährige Verträge bei den Lohnverhandlungen in der südafrikanischen Platinindustrie das Risiko möglicher Versorgungsengpässe durch Streiks in 2017 praktisch ausgeschaltet. Beim gegenwärtigen Preisniveau von zwischen 900 und 1.000 $/oz sind mehr als 30 t (ca. 1 Mio. ozs) von insgesamt ca. 135 t (ca. 4,4 Mio. ozs) der primären Platinproduktion in Südafrika nicht mehr profitabel. Insgesamt dürfte daher im laufenden Jahr mit einer leicht sinkenden Platinproduktion in Südafrika zu rechnen sein, was mittelfristig den Preis wieder stützen könnte. Der hohe Dieselanteil beim europäischen Fahrzeugbestand, der nun zum Ende des Lebenszyklus kommt, wird zu einem weiteren Zuwachs von Recyclingmengen führen. Die Erwartungen auf eine weitere Abwertung des Südafrikanischen Rand und den damit verbunden höheren Verkaufspreisen für die Produzenten sind eher mittelfristig orientiert und kommen in unserem Prognosezeitraum eher nicht zum Tragen. Den Einfluss von Investoren sehen wir begrenzt. Die fundamentalen Daten geben zum einen kaum Anreiz für neue Engagements, während zum anderen die Liquidation von Longpositionen beim gegenwärtigen Preisniveau wenig attraktiv erscheint.

Insgesamt ist bei einem stabilen Angebot und einer sinkenden Nachfrage für 2017 erneut ein leichter Angebotsüberhang zu erwarten. Bei der Einschätzung des Platinpreises müssen wir den Blick zusätzlich auf die Entwicklung des Goldpreises sowie den aktuell erstarkten US-Dollar richten und erwarten daher für Platin eine Bandbreite von 820 $/oz bis 1.050 $/oz, bei einem Durchschnitt von 950 $/oz.

PALLADIUM: HOHES PREISNIVEAU MUSS 2017 VERTEIDIGT WERDEN

Das von uns bereits in der vergangenen Prognose erwartete Preispotenzial von Palladium hat sich früher als erwartet eingestellt. Nach einer enttäuschenden Entwicklung in 2015 startete Palladium in 2016 mit Preisen von unter 500 $/oz. Umso beachtlicher war dann der Aufstieg des Edelmetalls mit einem deutlichen Wertzuwachs, der in der Spitze $ 780/oz Ende November erreichte. In mehreren Wellen arbeitete sich Palladium nach oben: Zunächst im Frühjahr bis rund 640 $/oz, nach einer Pause im Sommer dann auf etwa 700 $/oz. Der temporäre Abwärtstrend im Herbst wurde dann mit dem Trump-Sieg bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen beendet und einen vorübergehenden Aufschwung bis fast 780 $/oz initiiert. Ob dieses Niveau in 2017 gehalten werden kann, hängt von diversen Einflussfaktoren ab.

Die Entwicklung von Palladium wird weiter im Wesentlichen durch die Automobilindustrie geprägt bleiben. Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Nachfrage aus diesem Segment hat dazu geführt, dass der Bruttobedarf von nahezu 250 t (8 Mio. ozs) deutlich über der primär erzeugten Produktion (Minen) von ca. 220 t (ca. 7 Mio. ozs) liegt. Durch den kontinuierlichen Anstieg des Recyclings von Autokatalysatoren, das mittlerweile ca. 60 t (ca. 1,8 Mio. ozs) p.a. beiträgt, kann die Lücke geschlossen werden. Die Automobilmärkte in den USA und China waren 2016 die wesentlichen Treiber für das Wachstum der Nachfrage. 2017 dürfte dieses Wachstum deutlich flacher ausfallen. Aufgrund von Steuervorteilen, die Ende 2016 teilweise auslaufen, wurden in China viele Käufe vorgezogen. Der Autoabsatz in diesem mittlerweile größten Markt wird weiter wachsen, allerdings verhaltener als im abgelaufenen Jahr. Im zweitwichtigsten Markt, den USA, dürfte das positive wirtschaftliche Umfeld die Autonachfrage weiter stützen. Die neue Administration um Präsident Trump wird vermutlich nicht alle Pläne umsetzen können, was auch ein gewisses Enttäuschungspotential in sich birgt. Inklusive der Veränderungen in anderen wichtigen Absatzregionen dürfte daher ein ähnlich hoher Gesamtbedarf wie in 2017 zu erwarten sein.

Zukünftige neue Antriebstechnologien außerhalb des Verbrennungsmotors werden sich kurz bis mittelfristig noch nicht auf das Verbrauchsszenario auswirken. Langfristig wird man sich allerdings auf die kommenden Veränderungen einstellen müssen. Die Komplexität von möglichen Auswirkungen lässt heute noch keine seriöse Einschätzung zu. Anwendungen außerhalb der Autoindustrie in Höhe von ca. 60 t (2 Mio. ozs) verteilen sich auf die Sektoren Chemie, Elektronik und Dental. Aufgrund der Preisentwicklung, sowie technologischen Änderungen, ist für 2017 ein leichter Verbrauchsrückgang von ca. 3 t (ca. 100.000 ozs) zu erwarten.

Auf der Angebotsseite ist zu erwarten, dass eine leicht wachsende Primärproduktion, sowie das kontinuierlich wachsende Recycling, zu einer leichten Verbesserung beim Palladium-Angebot führen werden. Einen besonderen Blick wird der Markt einmal mehr auf Norilsk Nickel, den größten Nickelproduzenten der Welt werfen, wo Palladium als Beiprodukt gewonnen wird. Für 2017 wird erwartet, dass die Fördermengen nach einem leichten Rückgang im letzten Jahr wieder um ca. 6 t (ca. 200.000 ozs) auf das Niveau von 2015 erhöht werden könnten. Alternativ besteht für das Unternehmen die Option, existierende Bestände zu verkaufen. Unter dem Strich könnte sich das Angebotsdefizit gegenüber 2016 um ca. 9 t (ca. 300.000 ozs) auf ca. 31 t (1 Mio. ozs) verringern. Entscheidungen von ETF Investoren dürften zum einen von der Entwicklung der Zinsen im US-Dollar Raum beeinflusst werden, sowie durch eine positive Verbrauchsstory. Da beide Faktoren eingepreist sind, erwarten wir hieraus für 2017 nur geringe Impulse.

Da sich Palladium von der Goldpreisentwicklung und Währungseffekten abgekoppelt hat, erwarten wir für 2017 eine Bandbreite von 585 $/oz bis 850 $/oz, bei einem Durchschnittswert von 725 $/oz.

Rhodium - MITTELFRISTIG VERHALTEN POSITIVE ERWARTUNG FÜR RHODIUM

Rhodium hat im Jahr 2016 eine vergleichsweise bemerkenswerte Performance hingelegt. Vom Jahresanfang bis zum -ende gab es „nur“ eine Steigerung von etwas mehr als 15%. Aber die komplette Handelsbandbreite belief sich auf mehr als 200 $/oz, was im aktuellen Umfeld doch recht beachtlich ist. Allerdings gab es auch immer wieder längere Durststrecken, in denen sich der Preis gar nicht oder nur kaum bewegte.

Die Reaktionszeiten des Marktes waren viel schneller als früher, d.h. es wurde oftmals in Rallyes verkauft und damit wurde der Aufschwung gebremst und im Umkehrschluss wurden schnell fallende Kurse auch umgehend wieder zu Käufen genutzt - damit wurde der Markt wieder unterstützt und stabilisiert.

Die Industrie war in diesem sich immer wieder schnell verändernden Umfeld verunsichert, da sich kein richtiger Trend ablesen ließ. Insgesamt muss man aber sagen, dass sowohl die Automobil- als auch die Chemieindustrie deutlich aktiver waren als noch in der Vergangenheit. Die Minenlandschaft in Südafrika und Russland hat sich auch dahingehend verändert, dass es keine regelmäßigen Verkäufe mehr gab, da in der Regel nur noch relativ geringe Stockbestände vorhanden sind. Ausgebrachte Mengen werden durch den Druck, einen positiven Cash-Flow zu erzielen, relativ schnell verkauft.

Langfristig betrachtet befindet sich Rhodium immer noch in einem Abwärtstrend, der sich bei einer 5-Jahresbetrachtung erst in den letzten 1,5 Jahren stabilisiert hat. Der Durchschnittskurs in diesem Zeitraum befindet sich immerhin noch bei 1.050 $/oz, was noch fast 300 $/oz über dem aktuellen Niveau liegt.

Wir sind aber mittelfristig verhalten positiv für Rhodium, wenn die Nachfrage aus der Industrie anhalten sollte und auch die Anleger Rhodium wieder etwas mehr für sich entdecken sollten.

Als Preisspanne für 2017 können wir uns 700 bis 950 $/oz vorstellen.

Ruthenium - WENIG SPIELRAUM FÜR RUTHENIUM-PREISE

Bei Ruthenium konnten wir im 2. Halbjahr nahtlos an die schwache Performance der ersten 6 Monate anknüpfen. Leider gibt es auch nach wie vor wenig an marktbeeinflussenden Faktoren, die wieder etwas Leben in dieses Metall bringen könnten. Es fehlen nach wie vor neue Anwendungen, bzw. eine stärkere Nachfrage von bereits bestehenden Anwendern. Die Datenspeicherindustrie ist immer noch bei weitem der größte Abnehmer. Obwohl immer mehr Daten gespeichert werden (müssen), ist die Gesamtnachfrage zwar gestiegen, aber die große Verfügbarkeit auf dem Markt hat den Preis überhaupt nicht beeinflusst. Ganz im Gegenteil:

Zum Ende des Jahres gab es sogar noch einmal etwas Verkaufsdruck, da sich überraschenderweise trotz des tiefen Preises noch einige Marktteilnehmer von Positionen trennen wollten und den ohnehin schon tiefen Preis nochmals leicht gedrückt haben.

Trotz etwas größerer industrieller Nachfrage in den letzten 4 Monaten sehen wir aber beim Preis wenig Spielraum und könnten uns eine Spanne von 30 bis 45 $/oz für 2017 vorstellen.

ÜBERRASCHENDE ENTWICKLUNG BEI IRIDIUM

Iridium hat uns ein klein wenig überrascht und sich zwar tendenziell so entwickelt, wie wir es schon in unserem Halbjahresbericht angedeutet hatten. Aber dass der Preis von Anfang Juli bis Ende des Jahres um mehr als 35% nach oben schießt, war eher überraschend.

Wenige, aber umfangreichere Käufe mit verhältnismäßig großen Mengen haben den Markt etwas kalt erwischt, da die Verfügbarkeit überhaupt nicht gegeben war. Durch die Marktgröße ist Iridium natürlich für solche Transaktionen nicht vorbereitet und hat dahingehend reagiert. Da auch das regelmäßige Geschäft, wie z.B. in der Chemie-, Automotive- und Medizinindustrie, sich gut entwickelt hat, sind die Preise dadurch noch weiter angefeuert worden. Inzwischen handeln wir auf einem 3-Jahres-Hoch und es ist nicht absehbar, dass der Preis wieder schnell zurückgehen wird, da die Verfügbarkeit immer noch stark eingeschränkt ist. Für die nächsten 12 Monate erwarten wir eine Preisrange von 625 bis 800 $/oz.

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