Knochenzement & Co: So hält das künstliche Gelenk im Knochen

Damit Sie möglichst lange von Ihrem künstlichen Gelenk profitieren, muss es fest im Knochen verankert werden. Zur Verankerung der Prothese stehen drei anerkannte Verfahren zur Auswahl:

  • Zementierte Prothese:
    In diesem Fall wird ein als Knochenzement bezeichneter Kunststoff zur Fixierung der Prothese verwendet. Eine zementierte Prothese ist sofort im Anschluss an die Gelenkersatzoperation belastbar und ermöglicht damit eine schnelle Mobilisierung. Um einer Infektion des eingesetzten Gelenks vorzubeugen, kann ein antibiotikahaltiger Knochenzement verwendet werden. Ein Beispiel für einen seit mehr als 60 Jahren eingesetzten und bewährten Knochenzement ist PALACOS® von Heraeus Medical.
  • Zementfreie Prothese:
    Alternativ verankern die Operateure das künstliche Gelenk ohne Knochenzement. Dabei wächst der Knochen langsam in die Prothese ein und bildet erst nach einiger Zeit eine feste Verbindung.
  • Hybridprothese:
    Hierbei handelt es sich um die Kombination aus einer zementfreien und zementierten Prothese. Ein Teil der Prothese wird mit Knochenzement verankert, der andere Teil wird zementfrei fixiert.

Welches Verfahren im einzelnen Fall eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. vom Alter des Patienten, Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes, oder von der Knochenbeschaffenheit. Weltweit spielen auch regionale Unterschiede und die Ausbildung der Operateure bei der Auswahl der Prothese und der Operationstechnik eine Rolle.

Studien zeigen, dass zementierte Prothesen besonders lange haltbar sind. So kann eine Wechseloperation vermieden oder zumindest lange hinausgezögert werden. Ebenfalls wird das Infektionsrisiko durch die Verwendung eines antibiotikahaltigen Knochenzementes deutlich reduziert.

Auf der folgenden Seite finden Sie hilfreiche Informationen zu zertifizierten Endoprothethikzentren.

Exkurs: Was ist eigentlich Knochenzement?
Knochenzement ist kein Zement im eigentlichen Sinne, sondern ein Kunststoff bestehend aus zwei Komponenten. Die fachliche Bezeichnung lautet Polymethylmethacrylat (PMMA). Er wird erst unmittelbar vor dem Einsetzen des künstlichen Gelenkes aus Flüssigkeit und Pulver angerührt und härtet dann innerhalb weniger Minuten vollständig aus. Der Knochenzement ermöglicht eine stabile Verankerung der Prothese und damit auch eine Kraftübertragung zwischen Knochen und künstlichem Gelenk. Knochenzement wird bereits seit über 60 Jahren erfolgreich bei der Verankerung von künstlichen Gelenken eingesetzt.