Marktbericht

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Barren

Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 8 - 18. März 2019

Wie viel tiefer kann die Platin/Palladium-Ratio noch sinken?

Die Platin/Palladium-Ratio fiel im Februar auf 0,57 und somit auf den niedrigsten Stand aller Zeiten. Das vorherige Allzeittief von 0,59 wurde im Januar 2001 erreicht, als beide Metalle zu Höchstpreisen notierten. Trotz einiger deutlicher Unterschiede zu damals weist das derzeitige Marktumfeld Ähnlichkeiten zu den Jahren 2000/01 auf: Die US-Volkswirtschaft befindet sich seit fast zehn Jahren auf dem Wachstumspfad, die US-Notenbank Federal Reserve setzt Zinserhöhungen aus und die Aktienkurse in den USA und Europa haben – ausgehend von Rekordständen – Rückgänge zu verzeichnen.

Im Jahr 2001 kam es zu einem weltweiten Einbruch der Nachfrage nach Palladium, was einen Preisrückgang von 60% zur Folge hatte. Die Ursache dieses Nachfrageeinbruchs war das Zusammenspiel einer Rezession in den USA und des im Jahr 2000 hohen Palladiumpreises, was zu einem massiven Rückgang der industriellen Nachfrage führte. Zur selben Zeit wurde in Europa die Euro-3-Abgasnorm eingeführt, die höhere Katalysatorbeladungen vorsah. Da in Europa keine Rezession herrschte und der Automobilabsatz stieg, wuchs parallel auch die Nachfrage nach Platin weiter an – dennoch gab der Platinpreis im Jahr 2001 um 25% nach. Der wachsende Marktanteil von Dieselfahrzeugen in Europa sorgte für ein überproportionales Wachstum der Platinnachfrage seitens der Automobilbranche im Vergleich zur Palladiumnachfrage. Infolgedessen übertraf der Platinpreis in seiner Entwicklung den Palladiumpreis.

Einen wesentlichen Unterschied zwischen 2000/01 und 2018/19 stellt jedoch der Anstieg des Automobilabsatzes in China dar, der sich in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt hat. Zudem ist der Palladium-Anteil in den Abgaskatalysatoren von Dieselfahrzeugen gestiegen, der US-Automobilabsatz hat sich von der letzten Rezession erholt und der Marktanteil der Dieselfahrzeuge ist in Europa zurückgegangen. All diese Faktoren führten dazu, dass die Nachfrage und der Preis von Palladium sich deutlich besser entwickelt en, als dies bei Platin der Fall war. Trotz der derzeitigen Verlangsamung des Automobilabsatzes in China wird die Einführung der Abgasnorm China 6 den Palladiumbedarf weiter erhöhen.

In den kommenden Jahren könnte die Platin/Palladium-Ratio sich – angesichts eines weiterhin angespannten Palladiummarkts und des fortwährenden Bedarfs der Automobilindustrie an Palladium – weiter verringern. Trotz der Aufregung um eine bevorstehende Umstellung zurück auf Platin würde diese, sofern sie eintreten sollte, Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch könnte Palladium eine vorrübergehende Preiskorrektur bevorstehen, insbesondere wenn Europa in eine Rezession rutschen sollte. Derzeit wird der europäische Automobilmarkt von Benzinfahrzeugen dominiert und hat daher einen hohen Palladiumbedarf.

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