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Barren

Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 42 - 10. Dezember 2018

Niedriger Preis rückt Platin in den Fokus

Seit September 2017 wird Palladium mit einem Aufschlag gegenüber Platin gehandelt. Vergangene Woche stieg der Palladium-Aufschlag sprunghaft um über 100 $/oz von 277$/oz auf 383 $/oz an und liegt nun bei über 400 $/oz. Palladium han- delt bei über 1.200 $/oz, was einem Anstieg von 15 % für dieses Jahr entspricht. Palladium lag somit sogar kurzzeitig über Gold. Dauerhaft hatte Palladium von Januar 2000 bis Januar 2001 mit einem Aufschlag gegenüber Platin gehandelt. Damals hatten sowohl der Platin- als auch der Palladiumpreis Anstiege zu verzeichnen, nicht zuletzt ausgelöst durch die damals für beide Metalle wachsende Nachfrage aus der Automobilindustrie. Diesmal stellt sich die Situation etwas anders dar.

Die Nachfrage nach Palladium ist stark gestiegen. Während auf Abgaskatalysatoren für Benzinmotoren – dem hauptsächlich- en Verwendungszweck von Palladium – 80% der Gesamtnachfrage entfallen, hat der steigende Preis zu Substitution bei der industriellen Verwendung und der Zahnmedizin geführt. Der auf diese Anwendungen entfallende Anteil der Palladiumnachfrage ist somit gesunken. Im Gegensatz dazu steht der Platinmarkt unter anderen Vorzeichen: Die Nachfrage der Automobilindustrie nach Platin ist im Zuge des schwindenden Marktanteils von Dieselfahrzeugen in Westeuropa gesunken. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Schmuckindustrie in China gefallen – damit sind die beiden größten Verbrauchs-Regionen betroffen. Allerdings ist das Anwendungsspektrum von Platin größer als das von Palladium; in anderen Regionen steigt die Nachfrage der Schmuck- und Automobilindustrie. Die industrielle Platinnachfrage (ca. 23% der Gesamtnachfrage) steigt ebenfalls an.

Der Preisabschlag gegenüber Palladium lenkt das Interesse auf Platin. Die Spitzenpreise von Palladium in den Jahren 2000 und 2001 führten zu einem geringeren Einsatz in Abgaskatalysatoren benzingetriebener Fahrzeuge und verursachten einen Verbrauchsrückgang um zwei Drittel für elektronische Anwendungen. Einige Automobilhersteller prüfen derzeit das Ersetzen von Palladium durch Platin in Katalysatoren von Benzinfahrzeugen, um die Kosten zu senken. Aller- dings werden Entwicklung und Zulassung neuer Katalysatoren zeitintensiv sein, da sowohl Motoren als auch Katalysatoren auf Grund strengerer Emissionsstandards technologisch immer komplexer werden.

Die steigenden Leasingraten für Palladium zeigen eine zunehmende Verknappung. Das seit Jahren andauernde Marktdefizit hat die vorhandenen Vorräte schwinden lassen, diese sind derzeit um ein Drittel niedriger als im Jahr 2000. Dies könnte den Preis nachhaltig auf einem hohen Niveau belassen. Kurzfristig könnte der Palladiumpreis weiter ansteigen und somit auch den Aufschlag gegenüber Platin noch ausweiten, mittelfristig allerdings werden hohe Preise zu einem Nachfragerückgang und somit wieder zu niedrigeren Preisen führen.

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