Marktbericht

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Barren

Edelmetalle Kompakt

Gold mit Rückenwind nach schwachen US Arbeitsmarktdaten

Seit Veröffentlichung der US Arbeitsmarktdaten am Freitag, den 6. Oktober, und dem kurzfristigen Rückgang auf 1.261 $/oz kletterte der Preis von Gold konstant nach oben. Am Freitag den 13. konnte das gelbe Metall die psychologische Marke von 1.300 $/oz aufgrund von schwächer als erwartet ausgefallenen US-Inflationszahlen durchbrechen. Der Schlusskurs am betrug 1.305 $/oz.

Treiber des Anstiegs im Laufe der Berichtswoche waren US Präsident Trump, der sich für eine Verschärfung der Restriktionen hinsichtlich des Iran-Abkommens ausgesprochen hat, eine ohne Ergebnis gebliebene fünfte Brexit Verhandlung und die Suche der Investoren nach einem „sicheren Hafen“, da Nachrichtenagenturen zufolge abermals ein neuer Raketentest in Nordkorea ansteht. Unterstützt wurde der Preis aller Edelmetalle durch die durchgehende Schwächung des USD, der im Wochenverlauf um 0,7 % abwertete.

Marktteilnehmer äußerten letzte Woche ebenfalls, dass Ihrer Ansicht nach die niedrige Inflationsrate noch längerfristig bestehen bleiben könnte und forderten die geplanten Fed Zinserhöhungen nicht alsbald zu tätigen. Teilweise wurde bereits angezweifelt, dass die Fed die geplanten 3 Zinserhöhungen in 2018 wirklich durchführen wird. Dennoch gehen laut CME Fedwatch Tool immer noch 90 % der Befragten von einer Zinserhöhung im Dezember aus.

Für die aktuelle Handelswoche sehen wir charttechnische Unterstützung bei 1.255 $/oz (200-Tage-gleitender Durschnitt).

Silber wieder deutlich über 17,00 $/oz

Kurz nach Veröffentlichung der US Arbeitsmarktdaten am 6. Oktober rutschte der Silberpreis auf ein Monatstief in Höhe von 16,34 $/oz und konnte sich wieder rasch erholen. Zu Beginn der Berichtswoche startete Silber bereits mit 16,85 $/oz, durchbrach am Dienstag die psychologisch wichtige 17 $/oz Marke und endete die Woche, unter anderem auch durch Unterstützung des schwachen US Dollars, mit 17,45 $/oz.

Im Vergleich zu Gold konnte Silber eine Outperformance in Höhe von 1,44 % über die Berichtswoche vorweisen. Das Gold/Silber Ratio handelte daher am Freitag auf einem Monatstief in Höhe von 74,7, nachdem es Ende September noch in der Spitze bei 77,1 handelte.

Charttechnisch unterstützt wird der Silberpreis aktuell bei 17,16 $/oz (200-Tage-gleitender Durchschnitt).

Platin 44 $/oz weniger wert als Palladium

Die jüngsten Kursentwicklungen rücken den Blick wieder einmal verstärkt auf die Automobilindustrie. Denn während Platin am Ende der Berichtswoche bei 949 $/oz handelte, konnte der Palladiumpreis am Freitag die 1.000 USD-Marke übertreffen und schloss bei 993 $/oz.

Die hohen Abschläge von Platin werden aktuell oftmals in Verbindung mit dem Automobilsektor genannt und letzte Woche standen einmal wieder Nachrichten über das Fahrverbot in europäischen Hauptstädten im Rampenlicht. Paris soll bereits ab 2030 keine Diesel- und Benzinautos mehr dulden und auch aus Großbritannien und den Niederlanden kommen ähnliche Meldungen. Analysten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Platinschmuck im nächsten Jahr nicht signifikant verändern wird. Bei gleichzeitig insgesamt sinkender Nachfrage nach Dieselfahrzeugen gibt es derzeit wenige Indikatoren, die mittelfristig signifikante Impulse für einen Preisanstieg liefern können. Viele Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Zukunft des Dieselfahrzeugmarktes sehr viel pessimistischer dargestellt wird als notwendig. Automobilhersteller investieren derzeit verstärkt in umweltfreundlichere NOx-Speicherkatalysatoren, um Abgasemissionen in Dieselfahrzeugen deutlich zu reduzieren. Darüber hinaus gibt es in diesen neuen Technologien Systeme, die entgegen der Erwartungen voraussichtlich sogar höhere Mengen an Edelmetallen wie Platin und Silber benötigen werden.

Charttechnisch ist Platin derzeit bei der 900 $/oz Marke unterstützt und sieht einen Widerstand bei 950 $/oz.

Palladium über 1.000 $/oz

Nachdem Palladium in der vorletzten Woche noch knapp oberhalb der 900 USD-Marke stagnierte, legte der Palladiumpreis in der vergangenen Woche kräftig zu. So brillierte Palladium innerhalb der letzten Woche mit einem Wertzuwachs von 7,4 %. Wie bereits von uns berichtet, stellt sich jedoch vermehrt die Frage, ob bzw. inwieweit eine Substitution von Platin durch Palladium in Autokatalysatoren, bei anhaltend steigenden Palladiumpreisen und bei dauerhafter Kursüberholung von Palladium gegenüber seinem Schwestermetall, tatsächlich und langfristig stattfinden könnte. Berichten zufolge stellen derzeit bereits einige Erstausrüster sogar die Überlegung an, so genannte „Duo-Katalysatorensysteme“ (mit/ohne Platin) zu entwickeln. Dennoch sehen wir weiterhin eine gute Nachfragesituation bei Palladium. Das Angebot könnte ebenfalls weiter sinken, da aufgrund des sehr niedrigen Platinpreises und dem damit verbundenen geringen PGM Basket Preis bereits einige Minen die Produktion gestoppt haben.

Rhodium mit enormer Nachfrage; Rutheniumpreis mit weiterem Anstieg; Iridium unspektakulär

Rhodium hat die gesamte Woche über den Markt überrascht. Es gab massives Kaufinteresse, was deutlich über das bestehende Angebot hinausging. Der Preis stieg infolgedessen im Laufe der Berichtswoche um mehr als 100 $/oz an - eine Wochenbewegung, die wir schon seit Monaten nicht gesehen haben. In nun mehr nur 2,5 Monaten stieg der Preis um beachtliche 35% an. Besonders auffallend war in dieser Woche, dass ein Großteil der Nachfrage aus Asien kam. Darüber hinaus gab es weiterhin sehr gute Nachfrage von der Chemieindustrie. Durch das eingeschränkte Angebot sehen wir aktuell keine Änderung der Gesamtlage und können uns daher weiter steigende Preise gut vorstellen.

Wie von uns berichtet, hält die Nachfrage bei Ruthenium weiter an und der Preis ist noch einmal deutlich geklettert. Potentielle Verkäufer halten sich zurück oder offerieren zu vergleichbar hohen Preisen. Durch das fehlende bzw. eingeschränkte Angebot von Primärproduzenten sehen wir auch hier preisseitig noch Potenzial nach oben.

Iridium kann aktuell nicht mit solch spektakulären Überschriften glänzen wie Rhodium und Ruthenium. Es bleibt aber stabil und die aktuellen Umsätze sind auf durchschnittlichem Niveau. Keine Änderung des Marktumfeldes.

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