Marktbericht

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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 17 - 25. Mai 2020

Hoher Preis führt zu steigendem Angebot von Altgold

Die Coronavirus-Pandemie hat starke Auswirkungen auf die asiatische Nachfrage für Goldschmuck. Die weltweite Schmucknachfrage sank – maßgeblich ausgelöst durch einen Nachfrageeinbruch um 65% im größten Verbrauchermarkt China. Im ersten Quartal 2020 fiel die Nachfrage auf ein Rekordtief von 325,8 t. Im selben Zeitraum verzeichnete die Nachfrage in Indien einen Einbruch um 41%, für das zweite Quartal wird sogar ein noch stärkerer Rückgang erwartet. Die Schmuckmärkte Indiens und Chinas zusammengenommen hatten dem World Gold Council zufolge im vergangenen Jahr mit 1.182,6 t einen Anteil von 27% an der globalen Nachfrage.

Im ersten Quartal 2020 blieben die Zentralbanken Nettokäufer von Gold, aber mit deutlich geringeren Volumen. Im Vorjahresvergleich sanken die Käufe um 8% auf 145 t. Russland, das seit 2015 der größte Goldkäufer war, hat zudem die Käufe ausgesetzt, was einen großen Einfluss auf die gesamte Zentralbanknachfrage 2020 haben wird.

Der hohe Goldpreis dürfte den Verkauf von Altgold anfeuern. Veränderungen des Goldpreises verursachen 75% der Veränderungen in den jährlichen Volumenströmen des Goldrecyclings, Zeiten wirtschaftlicher Turbolenzen beschleunigen dies noch weiter. Das Gold-recycling erreichte 1997 während der Asienkrise einen Höhepunkt, während der weltweiten Finanzkrise 2007/2008 erreichte es sogar ein noch höheres Niveau, weil Verbraucher notgedrungen liquidierbare Vermögenswerte verkauften. Der Goldpreis hat Rekordstände in lokaler Währung in Indien (siehe Grafik S.4), China, Malaysia, Singapur und Südkorea erreicht.

In Indien dürfte das Recycling und der Verkauf von Altgold in diesem Jahr ein Allzeithoch erreichen. Altgold ist ein wichtiger Markt-bestandteil: Fast ein Drittel des Goldangebotes entfallen auf Recycling (2019: 27%). In Anbetracht des geringeren Kaufvolumens der Zentralbanken und des starken Rückgangs der Verbrauchernachfrage droht in diesem Jahr ein Anstieg des Recyclingvolumens den Markt zu fluten. Im ersten Quartal 2020 sank das weltweite Recyclingvolumen laut dem World Gold Council um 4% auf 280,2 t, da sowohl Recycling-Unternehmen als auch Konsumenten durch die Ausgangsbeschränkungen gehindert waren. Jetzt, da die Beschrän-kungen schrittweise aufgehoben werden und der Goldpreis noch immer hoch ist, stellt sich die Frage, ob es zu einem raschen Anstieg der Verkäufe kommt.

Die beispiellosen geld- und fiskalpolitischen Stimuli sollen weltweit wirtschaftliche Stabilisierung erzielen. Investoren wenden sich infolgedessen Gold zu, wovon der Preis im bisherigen Jahresverlauf profitierte. Angesichts eines Angebotsüberschusses von Altgold, eines starken Rückgangs der Schmucknachfrage und einer schwächeren Nachfrage der Zentralbanken könnte sich die Goldrally aber einem Ende nähern.

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