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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 37 - 18. Oktober 2021

Trotz der Herausforderungen im Autosektor ist der Palladiummarkt angespannt

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE) sind im Allgemeinen in diesem Jahr von der Knappheit an Halbleiterchips stärker betroffen als batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs), da die Nachfrage nach BEV während der Pandemie gewachsen ist. Als Folge daraus stornierten die Autohersteller keine Halbleiter-Bestellungen für ihre BEV-Modelle, hingegen jedoch für ihre ICEs. Als sich die Verkäufe von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gegen Ende 2020 zu erholen begannen, fehlte damit ein ausreichender Zugang zu Halbleiter-Fertigungskapazitäten. Es gibt bei den Chipanforderungen einige Überschneidungen zwischen BEVs und ICEs. Allerdings gibt es einige einzigartige und höherwertige Chipdesigns für BEVs, was unter den aktuellen Bedingungen dazu führt, dass diese Chips von Produzenten bei der Fertigung priorisiert werden.

Die CO2-Emissionsziele der Autohersteller könnten in diesem und im nächsten Jahr auch die Produktion von BEVs gegenüber ICEs begünstigen. Während die Autohersteller alle Anstrengungen unternehmen, um Fahrzeuge zu produzieren, die zu einer Maximierung der Marge beitragen (derzeit sind die profitabelsten Fahrzeuge ICE-Modelle), müssen sie auch sicherstellen, dass die CO2-Emissionsziele eingehalten werden, um hohe Bußgelder zu vermeiden, was wiederum BEVs begünstigt. Stellantis, der größte PKW-Hersteller in Europa, hat kürzlich angekündigt, die Herstellung von BEVs gegenüber ICE-Modellen zu priorisieren, solange die Chipverfügbarkeit begrenzt bleibt.

Der zunehmende Anteil von BEVs könnte die PGM-Nachfrage im kommenden Jahr um fast 500.000 Unzen (15,6t) reduzieren. Die Prognosen für die BEV-Produktion wurden (auch während der Pandemie) regelmäßig nach oben, und für ICEs nach unten korrigiert. Für 2022 liegt die BEV-Produktionsprognose nun um 20 % höher als Prognosen aus 2019. Dies geht hauptsächlich zu Lasten der Produktion von ICEs, die 2022 voraussichtlich rund 14 % niedriger ausfallen wird als vorher in Prognosen erwartet wurde. Es ist davon auszugehen, dass der höhere BEV-Anteil im nächsten Jahr die PGM-Nachfrage um ca. 350.000 Unzen (10,9t) Palladium, 50.000 Unzen (1,6t) Rhodium und 80.000 Unzen (2,5t) Platin reduzieren wird.

Sollte das Palladium-Recycling jedoch nicht wie erwartet wachsen, oder bei den Expansionsplänen von Nornickel etwas dazwischenkommen, könnte der Palladiummarkt angespannter sein als erwartet. Dies könnte insbesondere dann zutreffen, wenn es in einigen Jahren zu einem Nachholbedarf bei der Autonachfrage kommen könnte. Langfristig bestehen aufgrund einer eingeschränkten Versorgung mit Batteriematerialien Risiken für die BEV-Produktionsprognosen. Heutige Projekte lassen darauf schließen, dass die Verfügbarkeit bis 2026 mit der prognostizierten BEV-Produktion Schritt halten wird. Für den Zeitraum danach entsteht eine potenzielle Divergenz zwischen erwarteter Nachfrage und verfügbarem Angebot. Aus PGM-Sicht könnte ein solcher potenzieller Mangel, möglicherweise von Lithium, die Palladiumnachfrage für Autokatalysatoren weiter aufrechterhalten, sollte Materialknappheit zu nicht produzierten BEVs führen und diese durch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (hauptsächlich Benzin-Hybride) ersetzt werden.

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