Marktbericht

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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 18 - 02. Juni 2020

Iridium und Platin: Als Elektrodenbeschichtung wichtige Bestandteile einer sauberen Wasserstoffwirtschaft

Die weltweite Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft schafft großes Wachstumspotenzial für die Nachfrage nach Platin und Iridium. Die wirtschaftlichen Turbulenzen beeinflussen in diesem Jahr die Nachfrage nach den beiden Metallen. Umfangreiche Rückgänge der Minenproduktion in Südafrika, woher 81% des weltweiten Iridium-Angebots stammen, bringen aber Iridium näher in Richtung eines Marktgleichgewichts. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Iridiumpreis um 9% bzw. 135 $/oz zu, sobald das Angebot sich wieder normalisiert, dürfte jedoch eine höhere Volatilität zu erwarten sein. Dank ihrer einzigartigen Eigenschaften sind Iridium und Platin kritische Bestandteile der Elektrolysetechnologie, sodass der Bedarf nachhaltig sein dürfte.

Die Coronavirus-Pandemie veranlasst Regierungen, ihre Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu intensivieren und den Weg für saubere Energien zu ebnen. Den Ausgangssperren in weiten Teilen der Welt folgte ein enormer Rückgang der globalen Emissionen – nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) beträgt der Rückgang 2020 8%. Die Einwohner vieler Städte erlebten erstmals saubere Luft. Eine wachsende europäische Wasserstoffwirtschaft ist eine der Säulen für das 750 Milliarden Euro umfassende Finanzinstrument „Next Generation EU“, das die Europäische Kommission vergangene Woche vorstellte. Ziel des Plans ist eine rasche wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie.

Elektrolyseure sind die führende Technologie für die Produktion emissionsfreier Treibstoffe für den Schwerlasttransport und die Schwerindustrie. Elektrolyseure zerlegen mit Hilfe elektrischer Energie Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Unter mehreren, untereinander konkurrierenden Technologien ist die Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyse (PEM-Elektrolyse) am besten für die Massenproduktion von sauberem Wasserstoff geeignet. Bei der PEM-Elektrolyse kommen mit Platin und Iridium beschichtete Elektroden zum Einsatz.

Die langfristigen Klimaziele treiben die Investitionen in Elektrolysekapazitäten sowie Forschung und Entwicklung der Recyclingfähigkeit voran. Während sich in den Niederlanden ein Elektrolyseur mit einer Kapazität von 20 MW in Bau befindet, haben sechs führende dänische Industrieunternehmen – darunter die Fluggesellschaft SAS und der Logistikkonzern AP Moller-Maersk – eine Allianz gebildet. Gemeinsam planen die Unternehmen das bei seiner Fertigstellung nach Spitzenkapazität weltgrößte Projekt für grünen Wasserstoff, dessen durch Offshore-Windkraft gespeiste Elektrolysekapazität bei 1,3 GW liegen wird. Die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) prognostiziert eine Jahresproduktion von 25 Mio. Tonnen grünen Wasserstoff ab 2030, hierfür wird jedoch ein deutliches Wachstum der Elektrolysekapazitäten auf etwa 270 GW erforderlich sein. Die Fertigung von Elektrolyseuren befindet sich noch in einem frühen Stadium, doch die Kapazitäten wachsen stetig, was die Basis für ein baldiges Sinken der Kosten bildet.

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