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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Nr. 25 | 08. August 2022

Lockdowns in China drücken industriellen Silberverbrauch

Der durchschnittliche Silberverbrauch in Smartphones legt zu. Die Zahl silberhaltiger elektronischer Bauteile wächst. Silber wird für elektronische Verbindungen in Geräten verwendet, da seine hohe Leitfähigkeit besser ist als die von anderen Metallen und es als elektromagnetische Abschirmung verwendet wird. Prognosen gingen ursprünglich davon aus, dass die industrielle Silbernachfrage (ohne Photovoltaik) gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % auf ein Rekordhoch von ca. 12.750 t steigen wird (Quelle: The Silver Institute); im Pandemiejahr 2020 lag der Verbrauch bei nur 11.260 t.

Allerdings waren die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal 22 das vierte Quartal in Folge rückläufig. Die Auslieferungen fielen im zweiten Quartal 22 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 9 % auf 286 Millionen Einheiten, 3,5 % weniger als in ursprünglichen Prognosen noch angenommen wurde (Quelle: IDC). Zunehmende Anzeichen einer Rezession in den USA und eine Rekordinflation in Europa belasten die Ausgaben von Verbrauchern für neue Mobiltelefone und andere Technologien.

Im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt verzeichnete China einen deutlicheren Rückgang von 15 % auf 67,2 Millionen Mobiltelefone gegenüber 78,7 Millionen im zweiten Quartal 21, was somit dem schlechtesten Quartal seit der ersten Covid-Welle entspricht. Die Lockdowns im zweiten Quartal wirkten sich stark auf die Verbraucherausgaben aus, der Index für das Verbrauchervertrauen fiel in diesem Zeitraum auf ein Allzeittief von 86,7. Die chinesische Regierung hat angedeutet, dass sie auf absehbare Zeit an der Zero-Covid-Politik festhalten wird, ungeachtet möglicher wirtschaftlicher Auswirkungen.

China ist nicht nur der größte Markt für Unterhaltungselektronik, sondern auch der größte industrielle Nutzer von Silber. Knapp 25 % der weltweiten industriellen Silbernachfrage fallen auf China, wovon 75 % (ca. 2.800 t) im Elektro- und Elektroniksektor verwendet werden. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe lag im Juli für China bei 49, was auf eine Verlangsamung der Industrieproduktion hinweist, obwohl keine größeren Lockdowns angeordnet waren und damit auf weitere Rückgänge hindeuten könnte.

Eine schwächelnde Weltwirtschaft wirkt sich auf die industrielle Silbernachfrage aus und könnte den Silberpreis deutlich unter 20 $/oz drücken. Wahrscheinliche Rückgänge des Wirtschaftswachstums in den USA und Europa in den nächsten zwölf Monaten sowie die zu erwartenden weiteren Lockdowns in China könnten die Smartphonenachfrage und -produktion im zweiten Halbjahr 2022 weiter einschränken. Eine Rezession in den USA, gepaart mit den Auswirkungen des Lockdowns in China, dürfte in den jüngsten Silberpreisrückgängen bereits eingepreist sein. Allerdings besteht eine größere Unsicherheit über die Fähigkeit der chinesischen Industrie, sich aufgrund zusätzlicher Lockdowns sowie der geopolitischen Spannungen mit Taiwan zu erholen.

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