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Heraeus Edelmetall Bulletin

  • Edition 40 - 16. November 2020

Rhodium auf Rekordniveau allein reicht nicht aus, um die PGM Produktion auszubauen

Hohe PGM-Preise bescheren Minenbetreibern in diesem Jahr höhere Gewinne. Die von den Minengesellschaften in Südafrika erzielten Erlöse sind 2020 stark gewachsen, was insbesondere durch das Rekordniveau der Preise für Rhodium und Palladium sowie einem gegenüber dem US-Dollar schwachen südafrikanischen Rand getrieben wurde. Trotz höherer Produktionskosten pro Einheit auf Grund des geringeren Produktionsvolumens in der ersten Jahreshälfte verzeichnen sämtliche PGM-Produzenten hohe Gewinne. In Südafrika, wo der Sommer bevorsteht, wurde die Pandemie-Warnstufe auf Stufe 1 gesenkt. Viele Betriebe produzieren wieder bei voller Kapazitätsauslastung oder zumindest nah daran – somit ist es wahrscheinlich, dass die Produktionskosten pro Einheit für das Gesamtjahr geringer sein werden als in der ersten Jahreshälfte.

Angesichts hoher Edelmetallpreise und einem starken Kapitalfluss sollte für die Minenbetreiber der Anreiz hoch sein, die Produktion zu erweitern. In geringem Umfang geschieht dies bereits durch eine Optimierung der Produktion an bestehenden Standorten. Da derzeit in Südafrika zahlreiche Minen geschlossen und Neuprojekte verzögert sind, deren Betrieb wieder aufgenommen werden könnte, bestehen für eine solche Wiederaufnahme auch Hindernisse. Wenn Minen vormals auf Grund zu niedriger PGM-Preise stillgelegt wurden (z.B. bei Erzkörpern mit geringem PGM-Gehalt), könnten die derzeit außergewöhnlich hohen Preise für Rhodium und Palladium nicht ausreichen, um eine wirtschaftliche Wiederinbetriebnahme zu ermöglichen. Minenbetreiber wissen um die Volatilität des Rhodiumpreises und werden sich hüten, unter der Annahme eines weiterhin hohen Rhodiumpreises in Minenprojekte mit einer Laufzeit von einem Jahrzehnt und länger zu investieren. Insbesondere ist dies der Fall, wenn der Preis des Produktionsausfalls von Anglo American Platinum (AAP) getrieben ist, dessen Ursache technische Schwierigkeiten des Konverters sind. Außerdem würde jede Wiederinbetriebnahme vor allem zu einem Anstieg des Platinangebots führen, der den bereits bestehenden erheblichen Marktüberschuss weiter zunehmen ließe – dies würde den Platinpreis weiter sinken lassen, wodurch der Gesamtertrag sinkt.

Im Verlauf der Zeit ist eine schrittweise Anpassung des Angebots eher wahrscheinlich.Dabei wird es einfacher sein, das jeweils bestehende Produktionsniveau zu halten, als in den Kapazitätsausbau zu investieren. Die Produktion könnte stärker auf die hohen Preise auf der Nordhalbkugel reagieren, da in dort gelegenen Erzkörpern der Palladiumanteil höher ist. Der Absatz von Benzinfahrzeugen wird sich erholen, während sich die Abgasnormen verschärfen – die Marktdefizite für Rhodium und Palladium dürften sich damit vergrößern und die Preise auf hohem Niveau bleiben.

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